Gewohnheiten ändern sich, auch wenn es ums Fernsehen geht. Die Zeiten, in denen sich die ganze Familien vor dem einzigen Gerät versammelte, um eine Samstagabendshow anzuschauen, ist spätestens mit dem Aus für "Wetten, dass..?" vorbei. Das Fernsehprogramm ist im Großen und Ganzen aber gleich geblieben: Arztserien in den bayerischen Bergen, Familiendramen auf der britischen Insel und menschliche Schicksale rund um die Midlife-Crises - alles gleich vorhersehbar, alles gleich weichgespült. Wirklich neue Geschichten, die ungewöhnlich erzählt werden, sucht man vergebens. Und wenn sie den Weg ins Programm finden, dann laufen sie zu einer Zeit, die schlechte Einschaltquoten garantieren und die vorzeitige Absetzung gleich mit.

Noch mögen Streamingdienste keine Bedrohung für die etablierten Sender sein. Ein Weckruf für die Verantwortlichen sollten sie aber sein. Denn sie bieten das, was im deutschen Fernsehen nicht zu finden ist und schreiben ihren Zuschauern nicht vor, wann und wie viel sie konsumieren sollen.