Probleme über Probleme – der Mieteralltag 
Kaum ein Mieter in egal welcher Stadt hat die Möglichkeit wirklich in Ruhe zu leben. Irgendwas ist immer, sei es Probleme mit der Müllabfuhr, Betriebskostenabrechnung, Hausreinigung oder die lieben Nachbarn. Doch anstatt Lösungen, bieten die Vermieter nur noch mehr Probleme an, sie lassen konsequent die Mieten steigen. So eifern auch die kleineren Städte in Franken, der bayrischen Landeshauptstadt nach. Noch zahlt man in Nürnberg im Durchschnitt für eine 40qm Wohnung 10,43 €/m² waren es im Jahr 2012 noch unter 10 €.

Die Politiker schrecken alarmiert auf und wollen nun versuchen dem Mietwucher entgegen zu wirken. Man will versuchen die Kappungsgrenze zwischen erlaubter Mieterhöhung und Mietwucher zu senken, von 20% auf 15% soll es gehen, einzig München hat dies schon getan um die rekordverdächtigen Mieten nicht weiter explodieren zu lassen. Besonders Immobilienportale wie etwa http://www.immonet.de, äußern sich überaus kritisch zu der Mietpreisentwicklung. Besonders aber Mieterschutzvereine und sozialpolitisch engagierte Gesellschaften wie die Friedrich-Ebert-Stiftung sind überaus besorgt, fördert doch die Mietpreisentwicklung im eklatanten Maße soziale Brennpunkte und Ghettobildungen durch die nahezu Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus, besonders in Bezug auf Großstädte. Hier werden speziell die in der Innenstadt befindlichen Wohnungen zu Luxusapartments umgebaut und dann zu sehr hohen Preisen verkauft. Eine soziale Mischung ist durch diese Handlungsweise auf lange Sicht nicht mehr zu erwarten

Viel zu spät
Steigende Mieten sind kein Problem was über Nacht aufgetreten ist, der Deutsche Mieterschutzbund warnt seit Jahren davor und die Politik hat einfach nicht reagiert, es sogar als überzogen dargestellt wie der deutschlandweit arbeitende Verein die Situation eingeschätzt hat. So war die Mietproblematik lange Zeit kein oder nur im sehr begrenzten Maße ein politisches Thema.
Politische Führer und ganze Parteien haben durch ihr Nichthandeln einerseits ihre Glaubwürdigkeit verloren und demonstrieren so ihre fehlende Nähe zum Volk. Jetzt wo es eigentlich schon zu spät ist kommen Spitzenpolitiker vor der Bundestagswahl an und werben mit Versprechen auf mehr Kontrolle auf dem Mietsektor, ein Versprechen was so nicht sehr einfach durchzusetzen sein wird. Das würde bedeuten, dass ein Angriff auf den Wirtschaftssektor stattfinden müsste und ob sich auch nur einer der diversen Politiker das traut ist doch sehr fraglich.

Das kommt unter anderem auf deutsche Mieter zu
Im Jahre 2010 hat Kanzlerin Angela Merkel deutlich in Aussicht gestellt das steigende Mieten kommen werden, im Zuge der energetischen Modernisierungen seien solche Dinge unvermeidlich. Durch das neue Mietänderungsgesetz wurden zwar weite Teile im Mietwucher verbessert dafür aber im Sinne der energetischen Modernisierungen deutlich zum Nachteil des Mieters geändert. Schlimm ist dabei Mieter haben keine Wahl, bestimmt der Vermieter eine entsprechende Modernisierung können die Mieter nicht dagegen vorgehen.
Anders als bisher dürfen bei energetischen Sanierungen in den ersten drei Monaten von den Mietern keine Mietminderung vorgenommen werden, die Sanierung geht hier gegenüber den Rechten des Mieters offensichtlich vor. Des Weiteren darf der Eigentümer pro Jahr 11 % der Investitionskosten in die Modernisierung auf den Mieter umlegen, was zu enormen gesetzlich verankerten Mieterhöhungen führen kann und höchstwahrscheinlich auch wird. Weiterhin besteht für den Eigentümer die Pflicht eine Modernisierung 3 Monate vor Beginn anzukündigen, musste er allerdings bisher genaue Einsparkonsequenzen belegen um eine energetische Modernisierung zu beweisen reicht jetzt sein guter Wille.
Einen tieferen Einschnitt in die Rechte der Mieter gab es seit sehr langer Zeit nicht und wird noch für sehr lange Zeit vorhalten. Ob die Politik gewillt ist gegen steigende Mieten vorzugehen ist bei solchen Hintergründen eher fraglich.