Die fränkische Kultur wird sehr lebendig gehalten und gefeiert, die ersten Weinfeste der Gegend beginnen bereits ab Ende März und finden jedes Jahr in zahlreichen Ortschaften bis in den Oktober hinein statt. Die Region Franken gliedert sich in die drei Regierungsbezirke Unter-, Ober- und Mittelfranken, und reicht mit ihrem kulturellen Einfluss auch über die Landesgrenze hinweg bis nach Baden-Württemberg, Hessen und Südthüringen.

Unterfranken – Würzburgs barocker Glanz und ein Hauch von Italien




Viele Sehenswürdigkeiten prägen das Flair Würzburgs, die dem Schloss Versailles nachempfundene Residenz, welche zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde und den Besucher mit ihren Prunkräumen und Tiepolos Deckenfresko zu beeindrucken vermag. Romantische Spazierpfade im Schlosspark laden zum Lustwandeln zwischen Wasserspielen und überreichen Blumenbeeten ein. Im Sommer – und sogar auch bei schönem Wetter im Winter - hat sich der Brückenschoppen als kultiger Umtrunk auf der alten Mainbrücke, dem Hotspot dein Weinstadt, etabliert. Da werden schon mal Erinnerungen an Bella Italia wach: Die Sonne strahlt wärmend vom Himmel und entspannte Menschen stehend plaudernd beieinander. Bei einem Gläschen Silvaner lässt es sich gut vor der Kulisse der auf den Weinbergen thronenden Festung Marienberg aushalten. Dorthin gelangt man nach einer nicht allzu langen Weinberg-Besteigung und wird dafür als tapferer Weinberg-Wanderer mit einem majestätischen Rundumblick über Würzburg und den Main belohnt. Hier fallen die zahlreichen Kirchtürme sofort ins Auge – es heißt, Würzburg sei in ganz Deutschland die Stadt mit der höchsten Dichte an Gotteshäusern – was sicherlich auch auf seine historische Vergangenheit als Fürstbischoftum zurückzuführen ist. Unter den zahlreichen Kirchen der Stadt empfiehlt sich insbesondere der Besuch des beeindruckenden Doms und der Marienkirche mit ihrer roten Stuckfassade am Marktplatz, die nicht weit voneinander entfernt liegen und bequem während eines Bummels durch die Altstadt besichtigt werden können. Lohnenswert ist auch der Besuch des Käppeles mit seinen Zwiebeltürmen, welches von der Fest Marienberg in Richtung Höchberg auf dem gegenüberliegenden Weinberg zu sehen ist – und malerisch wie ein Märchenschloss auf dem grünen Hügel thront. Die Wandmalereien und überreich vergoldeten Stuckarbeiten im Inneren der Wallfahrtskirche geben einen Eindruck vom Reichtum des einstigen Fürstbischoftums. Besonders urig ist ein Gang mit dem Nachtwächter zur Dämmerung, der den Würzburgbesuchern, ausgehend vom Vierröhren-Brunnen, beim Rathaus während einer kleinen Wanderung durch die Gassen der Altstadt auf sehr humorvoll fränkische Art die eine oder andere Anekdote über die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt zu berichten weiß – eine charmante Möglichkeit, der Weinstadt am Main in Begleitung eines Einheimischen ein Stück näher zu kommen. Über das Jahr hinweg finden in der unterfränkischen Stadt am Main auch renommierte Festivals statt, die über die Region Franken hinaus bekannt sind und Gäste aus aller Welt anziehen, wie das Afrika-Festival, das um Pfingsten auf den Mainwiesen gefeiert wird oder das Klassik-Event „Mozart-Fest“.

Mittelfranken – Metropolregion und landschaftliche Idylle



Nürnberg ist die Metropole Frankens und auch mit einem (internationalen) Flughafen von weiter her gut erreichbar. Nürnberg lockt mit seinem berühmten Christkindles Markt zur Adventszeit Besucher aus aller Welt, doch auch die zahlreichen historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten ziehen Gäste das ganze Jahr über in die mittelfränkische Großstadt. Allein innerhalb des Stadtgebietes laden Bauwerke, deren Ursprung bis ins frühe Mittelalter zurückreicht, zu interessanten Besichtigungen ein. Bei einem Besuch Nürnbergs darf auf gar keinen Fall ein Rundgang entlang der sog. Historischen Meile fehlen – eine Tour durch die Altstadt führt zu den wichtigsten mittelalterlichen Baudenkmälern, die trotz der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitgehend erhalten geblieben sind. Der gut beschilderte Weg führt u.a. vorbei an der fünf Kilometer langen Stadtmauer, der Lorenz-Kirche, dem Synagogendenkmal, dem Hauptmarkt mit seinem „Schönen Brunnen“, dem prachtvollen Rathaus, dem Tucherschloss mit seinem Museum zur Stadtgeschichte, zur Kaiserburg, dem Handwerkerhäuschen Am Ölberg, dem Albrecht-Dürer Haus und der Weißgerbergasse mit ihren vollständig erhaltenen Fachwerkhäusern. Das größte kulturhistorische Museum Deutschlands, das germanische Nationalmuseum, vermittelt informative Einblicke in die kulturhistorische Entwicklung Deutschlands von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart. Lohnenswert für Klein und Groß sind auch ein Besuch des Nürnberger Spielzeugmuseums oder des Verkehrsmuseums der Deutschen Bahn. Teil der Nürnberger Erinnerungskultur, insbesondere an die Verbrechen der NS-Zeit, sind die Gedenkstätten des Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände oder der Jüdische Friedhof.

Wer dem malerischen Mittelfranken einen Besuch abstattet, dem sei auch empfohlen, die Natur der grünen Gegend in ihrer einladenden Schönheit zu genießen oder einen Ausflug in eine der romantischen Kleinstädte zu unternehmen:
  • Schwimmen oder Planschen, Bootfahren, ja sogar Surfen sind nur einige der sportlichen Aktivitäten, die das Fränkische Seenland mit seinen beliebten Ausflugszielen Brombachsee, Altmühlsee oder Rothsee so attraktiv machen.
  • Wer sich der Lebhaftigkeit der Großstadt Nürnberg für einen Tages- oder auch Mehrtagesausflug entziehen möchte, dem sei die vollständig erhaltene mittelalterliche Stadt Dinkelsbühl an der Romantischen Straße ans Herz gelegt. Hier lässt sich die mediterran anmutende Gemächlichkeit des urigen Frankens auf sehr sympathische Weise kennen lernen.


Oberfranken – Kulturelles Ballungszentrum und Erholung in Berg und Tal




Last but not least führt unsere Reise durch das „Franken-Trio“ nach Oberfranken, das gleich mit mehreren interessanten Städtezielen wie Bamberg, Bayreuth oder Coburg aufwarten kann.

Die Altstadt der Universitätsstadt Bamberg beherbergt den größten erhaltenen Stadtkern Deutschlands mit vielen altehrwürdigen Gebäuden rund um den Fluss Regnitz und wurde neben der Auszeichnung als Weltkulturerbe der UNESCO auch zum „Klein-Venedig“ oder „Venedig des Nordens“ gekürt. Einen wahren Malerblick bietet das Alte Rathaus, welches als Wahrzeichen von architektonischer Interessanz inmitten der Regnitz errichtet wurde und zu beiden Uferseiten mit Brücken verbunden ist. Als eines der wichtigsten kunsthistorischen Zentren Oberfrankens und gleichzeitig als Studentenstadt hat Bamberg ein sehr lebendiges Kulturleben, mit zahlreichen Theater- und Kleinstkunstbühnen, die auch die Abende eines Bamberg-Aufenthaltes auf unterhaltsame Weise bereichern können. Weit überregionale Bekanntheit erlangte das jährlich ausgetragene Tucher Blues- & Jazzfestival, das bis zu 100.000 Besucher anzieht und über 40 Bands der Szene auf die Bühne bringt. Wer sich neben all den historischen Kulturstätten und Museen auch für zeitgenössische Kunst interessiert, der kann dem Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia einen Besuch abstatten oder sich auf einen inspirierenden Spaziergang entlang des Skulpturenweges in der Innenstadt begeben. Auch in Oberfranken gibt es gut ausgebaute Rad- und Wanderwege wie den Main-Radweg, der im oberfränkischen Bischofsgrün seinen Ausgangspunkt findet und über Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Frankfurt bis nach Mainz führt. Entlang der Rad- und Wanderwege gibt es auch eine Vielzahl gemütlicher Hotels für einen erholsamen Aufenthalt in der landschaftlich beeindruckenden Region.

Unbedingt sehenswert ist das oberfränkische Bayreuth, allseits bekannt aufgrund der Richard-Wagner-Festspiele. Doch neben dem Markgräflichen Opernhaus und dem Bayreuther Festspielhaus verfügt auch Bayreuth über eine sehr vielfältige und frische Kunst- und Musikszene. Regelmäßig im Juni findet die Veranstaltung „Zeit für Neue Musik“ statt, im September steigt das Festival „Rock in Bayreuth“ oder das „Kneipenfestival“ im Oktober. Auf einer jeden Sightseeing-Tour durch die Musikstadt Bayreuth dürfen das Neue Schloss mit seinem Hofgarten und der Landschaftspark Eremitage mit seiner beeindruckenden Gartenbaukunst im verspielten Rokoko-Stil nicht fehlen.

Wer nach Oberfranken reist, dem bieten sich neben den städtischen Kultur-Highlights auch eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten in der Region des Frankenwaldes, der Fränkischen Schweiz oder des Fichtelgebirges:
  • die Sommerrodelbahnen garantieren auch ohne Schnee rasanten Fahrspaß, zum Beispiel an der 1.000 Meter langen Bahn am Ochsenkopf
  • als einer der schönsten Radwege Deutschlands gilt die Strecke durchs „Liebliche Taubertal“ von Rothenburg ob der Tauber bis nach Wertheim am Main
  • Klettertouren und Höhlenwanderungen lassen sich in der Fränkischen Schweiz und Frankenalb unternehmen.
Franken bietet mit seinen historischen Sehenswürdigkeiten, seinem gelebten Traditionsbewusstsein und der Möglichkeit zu vielfältigen sportlichen Aktivitäten in idyllischen Naherholungsgebieten und Naturerlebnisräumen unerschöpfliche Möglichkeiten, einen Urlaub nach individuellen Vorstellungen zu gestalten. Die gelungene Mischung aus regionalem und internationalem Kulturflair – verbunden mit der fränkischen Gastfreundschaft - verspricht dem Urlauber einen erholsamen und in eindrucksvoller Erinnerung bleibenden Aufenthalt in der Region.