Während die Trachtenkleider strengen regionalen Vorschriften im Schnitt und der farblichen Zusammensetzung folgen, unterliegt die Gestaltung des modischen Dirndls dem aktuellen Zeitgeschmack.
 
Inzwischen haben sich sogar verschiedene Modedesigner dem Thema Dirndl angenommen, und bringen eigene Kreationen auf den Markt. Seit 2000 finden weltweit regelmäßige Modenschauen statt, auf denen die neuesten Entwürfe und zukünftigen Trends gezeigt werden.
 
 
Gestern, heute und morgen: Pragmatik gewinnt!
 
Was früher als altmodisch und häufig sogar peinlich galt, hat sich mittlerweile zu einem trendigen Exportschlager entwickelt. Ein Dirndl nicht nur  im Schrank zu haben, sondern es auch zu tragen, gilt mittlerweile weltweit als hip. Kaum einer weiß allerdings, dass sich das beliebte Kleidungsstück  aus einer Dienstmädchenkleidung heraus entwickelte.
 
Im Zeitraum von 1870 bis 1880 wurde aus der vornehmend praktischen Arbeitskleidung zunehmend eine Modeerscheinung, die vorwiegend von Bewohnern moderner Städte getragen wurde. Besonders schick galt das Dirndl bei Damen der Oberschicht und wurde zum „must have“ während der warmen Jahreszeiten. Als ländliches Kleid verstanden, trug man  es vor allem zu Landausflügen, Picknicks, Kutschfahrten ins Grüne oder beim Spaziergang über Wiesen.
 
Aufschwung nach dem Ersten Weltkrieg
 
Nach dem Ersten Weltkrieg kam dem  leichten Kleidchen, welches besonders gern von jungen Frauen getragen wurde, auch eine wirtschaftliche Bedeutung zu. Als schlichtes und preiswertes Sommerkleidchen entwickelte es sich zum Verkaufsschlager. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach Ende des Zweiten Weltkriegs und aufgrund der Entwicklung neuer und moderner Materialien in der Bekleidungsindustrie geriet das Dirndl fast in Vergessenheit. Abgelöst von Jeans und Minirock fristete es ein eher bescheidenes Dasein hinter verschlossenen Schranktüren. Getragen wurde es in dieser Zeit zumeist als landestypische Tracht zu besonderen Anlässen in den Alpenregionen wie:
 

  • landestypische Trauungen
  • Touristische Darbietungen
  • Vorstellungen in Volkstheatern
  • regionale Volksfesten
  • Kirchbesuchen
Wie ein Kleid die Welt erobert
 
Mit der Globalisierung und der Verbreitung des Unterhaltungswertes regionaler Volksfeste wie beispielsweise dem Münchner Oktoberfest, welches heute sogar weltweit nachempfunden wird, erlebt das Dirndl seine Renaissance. So sind die Frauen bereits gegen Ende des vorigen Jahrhunderts vermehrt im Dirndl unterwegs, auch wenn sich diese Auftritte in der Regel noch auf Volksfeste beschränken. Die Trägerinnen, zu dieser Zeit meist Einheimische oder Prominente, machen es wieder salonfähig und zeigen, dass ein modernes Dirndl durchaus in die  Modewelt von heute passt.
 
Mittlerweile ist das Dirndl nicht nur traditionsgemäß mit langem Rock zu haben, sondern in ebenso vielfältiger Weise wie alle trendigen Modeartikel. Das Angebot an unterschiedlichen Modellen  reicht von knöchellang bis superkurz. Ob mit angenähter oder separater Schürze, eckigem oder ovalem Ausschnitt, farblich eher im Landhausstil oder knallig bunt -  ergänzt mit den passenden Accessoires schmückt das Dirndl jede Frau. Während man früher zum Dirndl ein schlichtes Samtband am Hals trug, entscheiden sich heute immer mehr Frauen für ein passendes Kettchen oder für ein modernes Halsband.
 
Auch das Schuhwerk, welches früher eher bequem und praktisch sein musste, hat sich den neuen Zeiten angepasst. Pumps oder modische Schnürschuhe, aus modernen Materialien, die farblich auf das jeweilige Dirndl abgestimmt sind, machen ein solches Kleid tragbar zu jedem Anlass. Entsprechende Modetrends und neueste Modelle finden Sie bei Mirapodo .
 
 
Schon gewusst?
 
Dirndl werden nicht nur von Frauen getragen. Zu den regelmäßig stattfindenden Funsportveranstaltungen , die man Dirndlfliegen nennt, werfen sich auch Männer gern in das figurbetonende Kleidchen und springen dann von einem Sprungbrett aus ins Wasser. Von einer Jury wird dann ausgewertet, welche Springerin oder welcher Springer dabei die beste Figur macht.