Welche Angaben sind im Arbeitszeugnis zulässig?
Im Arbeitszeugnis, in manchen Betrieben auch als Endzeugnis bezeichnet, müssen Angaben über die Dauer des Arbeitsverhältnisses und die ausgeübten Tätigkeiten enthalten sein. 
Alle Angaben, die dem Arbeitnehmer die Erlangung einer neuen Arbeitsstelle erschweren würden, sind nicht zulässig.
Das Arbeitszeugnis muss keine Beurteilung der Leistung des Arbeitnehmers enthalten.
Diese Art des Arbeitszeugnis nennt man auch einfaches Zeugnis. Die Kosten für die Ausstellung sind vom Arbeitgeber zu tragen.




Qualifizierte Arbeitszeugnisse mit Beurteilung
Bei der Arbeitszeugnis Bewertungsind einige Richtlinien zu beachten. Die Beurteilung der Arbeitsleistung sollte im Superlativ erfolgen. Formulierungen, wie zum Beispiel bestens..., zur vollsten Zufriedenheit..., entsprechen bei der Arbeitszeugnis Bewertung einem Sehr gut. 
Da ein Arbeitszeugnis dem Bewerteten nicht schaden darf, wird immer eine sehr höfliche und positive Sprache gewählt und kann doch negativ gemeint sein.
Es haben sich Floskeln etabliert, die zwar versteckte, aber dennoch aussagekräftige Botschaften über den Bewerteten vermitteln.

Worauf von der Personalabteilung geachtet wird
Kurze Arbeitszeugnisse erwecken eher einen negativen Gesamteindruck als längere. Dabei gilt aber zu beachten, dass etwa ein Zeugnis nach einem Praktikum nicht gleich lang sein kann, als nach einer langjährigen Tätigkeit im Betrieb.
Die Bewertung in den Arbeitszeugnissen verläuft analog zu den Schulnoten, also von Sehr Gut bis Ungenügend. 
Steht im Arbeitszeugnis Herr oder Frau XY erledigte die Arbeiten zu unserer vollsten Zufriedenheit, erscheint dies im ersten Moment sehr höflich und nett, aber bedeutet zwischen den Zeilen gelesen: Die Leistung war gerade noch ausreichend. Personalchefs erkennen das auf den ersten Blick.
...übertragenen Aufgaben stets zu unser vollen Zufriedenheit erledigt, entspricht nach dem Schulnotensystem einem Gut.
Liest man ... übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt, ist es mit einem Befriedigend gleichzusetzen. 
Er oder Sie hat allgemein die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt. Wenn dieser Satz im Arbeitszeugnis steht, entspricht es einem Mangelhaft. 
Bei...hat sich stets bemüht, seine Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen, ist bereits ein Ungenügend.

Umschreibungen für eine negative Bewertung
Er oder Sie hat sich immer bemüht..., bedeutet aber nie etwas geschafft.
Er oder Sie zeigte Verständnis für seine Tätigkeiten..., hat aber leider nichts wirklich zu Ende gebracht.
...in seiner Art und Weise, bedeutet war leider nicht teamfähig, war ein Einzelgänger.

Auch der Schluss kann noch versteckte Informationen enthalten
Steht etwa ...die Firma wünscht alles Gute und viel Gesundheit, ist das ein Hinweis auf viele Krankenstände.