Würde man einen Bewohner der Alpen fragen, was er vom Steigerwald hält, würde der nur müde lächeln. Der Steigerwald - was ist das im Vergleich zu den imposanten Gipfeln der Alpen, die bis annährend 5000 Meter in die Höhe ragen. Und der Steigerwald? Da muss man eine Null abziehen. Bis 500 Meter hoch sind die höchsten Erhebungen. Das sind doch keine Berge, würde der Alpenländer sagen. Aber nur der.

Die 32 Frauen und Männer, die am Samstag im Zuge der Aktivwochen unserer Zeitung den Steigerwald erwandert haben, sprechen voll Respekt vom Steigerwald. Der Steigerwald trägt seinen Namen mit Recht. Der Steigerwald heißt Steigerwald, weil man viel steigen muss.

Mehrere Leser-Wanderungen bietet unsere Zeitung im Zuge der Aktivwochen an, die derzeit laufen. Die ersten beiden Touren fanden jetzt am Wochenende statt: eine sechs Kilometer lange Kräuterwanderung bei Lichtenfels und die Steigerwald-Tour von Eschenau nach Zell und zurück. Gut 15 Kilometer waren das, und mit dem Abstecher auf den Schlossberg in Zell noch ein paar Meter mehr, vor allem einige Höhenmeter mehr.

Die Wanderung führte Robert Hofmann aus Burghaslach (im Kreis Neustadt an der Aisch). Der Hauptwanderwart des Steigerwaldklubs begleitete die Gruppe von Eschenau auf den Großen Knetzberg (488 Meter) und weiter über den Kleinen Knetzberg nach Zell. Ein anstrengender Anstieg führte vom Ort, der ebenso wie Eschenau zur Gemeinde Knetzgau gehört, auf den Schlossberg mit den Überresten einer aus dem Jahr 1115 stammenden und später zerstörten Burg, und weiter ging es durch den Böhlgrund und Neuhaus zurück nach Eschenau.

Für Robert Hofmann ist der Steigerwald ebenso wie die Haßberge "ein ideales Wandergebiet". Die Route hat der 58-Jährige nicht zufällig ausgewählt. Die Strecke ist die achte Etappe auf dem Steigerwald-Panoramaweg, der vor vier Jahren offiziell eröffnet worden ist und über 160 Kilometer von Bad Windsheim nach Bamberg führt. Die Tour zwischen Eschenau und Zell zählt nach seiner Ansicht zu den anspruchsvollsten. Für noch etwas schwieriger hält er das Wanderareal am Zabelstein, der gleich in der Nähe liegt.

Der neue Steigerwald-Panoramaweg ist nach Auskunft von Robert Hofmann eine interessante Route, die am besten in 20-Kilometer-Tagesetappen zu laufen ist. Der Weg "wird gut angenommen", weiß er. Das hat auch damit zu tun, dass Bamberg als Zielort touristisch sehr attraktiv ist.

Unsere Leser haben diese Eindrücke bestätigt. Die Gruppe, die aus allen Ecken des Verbreitungsgebietes unserer Mediengruppe am Samstag in die Gemeinde Knetzgau kam (von Kulmbach bis Bad Kissingen und von Coburg bis Höchstadt), war angetan von der herrlichen Natur und den Weinbergen, die Zell umschließen. Wenn auch der Schweiß bei den Anstiegen bisweilen in Strömen floss.

"Sagenhaft" schwärmte Wilma Ziegler aus Gaustadt, die mit ihrem Mann Erwin schon die fünfte Wanderung unserer Mediengruppe mitmachte. Die beiden waren im vergangenen Jahr bei der Weinbergswanderung in Zeil und Ziegelanger mit von der Partie, bei der Tour in Iphofen sowie bei den Wanderungen zum Kreuzberg in der Rhön und in Lisberg (Landkreis Bamberg). Und heuer geht's noch nach Hammelburg und zum "Escherndorfer Lump". Alles sei gut gelaufen, freuen sich die Zieglers über die Touren. Wer braucht da noch die Alpen.