Der Großteil der Laufgruppe sieht ihn meistens nur von hinten. Manchmal nur noch als klitzekleinen Punkt, der sich immer weiter fortbewegt und eher noch schneller als langsamer zu werden scheint. Chris Karch ist immer vorne mit dabei. Ist kaum einzuholen. Auch diesmal nicht. Und das, obwohl er nicht einmal Vollgas gegeben hat, wie er selbst sagt. Die Strecke von der Dettelbacher Maintalhalle bis Neuses am Berg war für ihn ein Klacks. Trotz Steigung. Nach nicht mal einer halben Stunde lief er zusammen mit Dieter Guni schon wieder im Ziel ein. "Es war etwas anspruchsvoll, aber für mich dennoch ein ganz lockerer Lauf in ganz normalem Tempo", erzählt der 35-Jährige.

Topfit im Einsatz

Chris joggt nicht nur, um den Kopf frei zu kriegen, abzuschalten, einen Ausgleich zu haben und Stress abzubauen. Er joggt vor allem, um in Bewegung zu sein, um seinen Körper fit zu halten. Das wollen viele. Im Gegensatz zu anderen lässt ihm sein Beruf aber gar keine andere Wahl. Beim Landeskriminalamt für operative Maßnahmen sind er und sein Körper bedingungslos gefordert. Er muss fit sein. Ständig und ohne Ausnahme. "Das ist mein Traumjob", schwärmt der Albertshofener, zu dem er übrigens erst über Umwege kam: Chris lernte zunächst Schreiner, war anschließend sechs Jahre Ausbilder bei der Bundeswehr und begann dann erst seine Ausbildung bei der Polizei.

Um seinen Körper also auf Level zu halten, geht er zwei- bis dreimal pro Woche joggen. Zusätzlich spielt er in der ersten Bundesliga Football in Rothenburg - bis zu dreimal die Woche Training und Spiele am Wochenende. Und als ob das noch nicht genug wäre, spielt er außerdem Tennis und betreibt die Kampfsportart Jiu-Jitsu.

Wenn er läuft, dann am liebsten in Gesellschaft. Mit den Old Fat Men versucht er so oft wie möglich gemeinsam zu laufen. "Wenn man alleine läuft, denkt man, dass man schnell ist. Meistens ist man aber total langsam. Wenn gute Läufer dabei sind, kann man sich dagegen gegenseitig gut hochpushen", sagt Chris Karch.

Trotz Erkältung dabei

Sich gegenseitig hochzupushen haben auch Antje Schmidt und Dieter Somorowsky beim nunmehr siebten gemeinsamen Lauf versucht. Die Steigung war diesmal aber einfach zu groß. Sie liefen auf halber Strecker zurück. Dachdecker Timo Markert begleitete die Laufgruppe diesmal auf dem Fahrrad. Zum Joggen fühlte er sich ausnahmsweise so gar nicht in der Lage. Denn ihn hatte es richtig erwischt: Bronchitis. Das ganze Pfingstwochenende war er mit seiner Frau und seiner Tochter am Brombachsee campen und fing sich dabei prompt eine Erkältung ein.

Warm eingepackt und mit dicker Wollmütze auf dem Kopf war er trotzdem beim siebten gemeinsamen Joggen dabei. Ganz auf das Lauftreffen verzichten kam für ihn nicht in die Tüte. "Ich mach' heute einfach mal ein bisschen langsamer", kündigte er beim Start an. Ganz im Gegensatz zu Chris. Er war ganz schnell wieder nur ein klitzekleiner Punkt am Horizont.