Für gute Unterhaltung ist in der Bad Kissinger Gruppe immer gesorgt. Das gemeinsame Laufen forciert die Kommunikation - und erhöht den Spaßfaktor. Mit dabei war diesmal wieder Erwin Bittel, der Langstrecken-Spezialist aus Neuendettelsau, der uns beim Rakoczy-Lauf begleitet hatte. Der ausgebildete Lauftherapeut hatte natürlich wieder seinen Hut im Crocodile-Dundee-Stil auf und gab einige Anekdoten und Witze zum Besten.

Die gute Laune genoss Edith Schmitt an diesem Tag ganz besonders. Was daran lag, dass die 48-Jährige aus Frauenroth stammt, was auf halber Strecke unserer Runde lag. Aber auch an der Tatsache, dass sich die Schwärzelbacherin in dieser Gruppe extrem wohl fühlt. Bei Menschen, die ihr vorher unbekannt waren. Oftmals war die Musik ihr einziger Begleiter. "Mittlerweile habe ich eine Arbeits-Kollegin aus Hammelburg, mit der ich einmal in der Woche laufe. Aber es ist unheimlich schwer, Gleichgesinnte zu finden. Beim Radfahren ist es einfacher", sagt Edith Schmitt, die sich selbst als "Gummi" bezeichnet. Als eine Person, die beweglich ist und sich eben auch gerne bewegt. "Neben dem Laufen und Radfahren tanze und feiere ich auch gerne."

Die Post-Zustellerin hat keine Probleme, Emotionen zu zeigen. Daher die Musik. "Auf meinem MP3-Player habe ich Songs mit Takt und Power. Nicht unbedingt moderne, aber in jedem Fall motivierende Lieder. Cool and the Gang oder Queen nennt Edith Schmitt spontan zwei Bands. "Aber da gibt es keine bestimmten Vorlieben. Ich höre querbeet." Die Inspiration kommt oft beim Autofahren. "Ich bin beruflich viel unterwegs. Und wenn mir ein Lied gefällt, merke ich mir das. Freunde oder meine Kinder helfen mir dann beim Zusammenstellen der Lieder."
Ein Instrument hat Edith Schmitt nie gespielt. Aber wie positiv Musik beim Sport sein kann, hat ihr "Spinning" gezeigt, ein Ausdauersport auf fest installierten Rädern. "Da habe ich in Fulda selbst Kurse abgehalten, und da wird ja quasi nach dem Rhythmus der Musik gefahren.

Mit Tönen im Ohr fällt auch das Laufen leichter, wird die eigene Motivation erhöht. Aber der Naturgenuss darf nicht zu kurz kommen, das ist Edith Schmitt wichtig. "Ich habe immer nur einen Stöpsel im Ohr, um mitzubekommen, was um mich herum geschieht. Man begegnet ja auch Menschen. Ich finde es schade, wenn andere nichts sehen und nichts hören." Das Spüren der Natur und die Klänge im Ohr. Emotionale Momente, die die heimatverbundene Frau gerne auslebt. "Bin ich glücklich, drehe ich die Lautstärke schon mal auf, singe mit. Ich habe aber auch schon geweint. Das kann ein Lied ebenfalls auslösen."

Einsam ist Edith Schmitt in diesen Momenten nicht. "Früher hatte ich im Wald immer Angst, wenn ich allein unterwegs war. Aber ein leider schon verstorbener Freund hat mir diese genommen in vielen Gesprächen beim Spazierengehen. Damit kann ich das Laufen noch mehr genießen." Gerade, weil die zweifache Mutter beruflich sehr eingespannt ist, sogar einen zweiten Job hat. Das Laufen gehört zum Leben. "Angefangen habe ich mit 18. Warum, weiß ich gar nicht mehr. Zuletzt habe ich pausiert, weil mein Job körperlich sehr anstrengend ist. Aber mit der Laufgruppe habe ich neue Motivation bekommen, war selbst überrascht, dass die Fitness gleich wieder da war." Und noch einen Vorteil erkennt die 48-Jährige im Aktivwochen-Treff. "Ich überfordere mich oft, wenn ich alleine unterwegs bin. Daher tut mir die Laufgruppe gut." Entschleunigen. Auch das ist ein Stück Lebensqualität.


Rund um Aschach mit Abstecher in Frauenroth


Start Wir haben uns fast schon an historische Stätten gewöhnt. Los ging es diesmal vom Parkplatz direkt am Schloss Aschach, dessen Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.

Strecke Durch Aschach durch ging es über den Neusetz dorfauswärts Richtung Frauenroth, den neuen Radweg entlang bis zur Klosterkirche in Frauenroth. Von dort liefen wir die Klostermauer hinauf und in einer Schleife zurück auf einem wunderbaren Waldweg. Die Premicher Straße ging es schließlich hinunter Richtung Aschach bis zum Ausgangspunkt am Schloss. Für etwas mehr als neun Kilometer waren wir 80 Minuten unterwegs. Allerdings inklusive einem Abstecher in die Klosterkirche Frauenroth mit dem Grab der Stifter Otto von Botenlauben und seiner Frau Beatrix. Auch an der Hutbuche wurde kurz Station gemacht.

Schwierigkeit
Schön war es. Auch später im Regen. Die leichte Steigung Richtung Frauenroth stellt keine besondere Herausforderung dar. Es ist eine landschaftlich reizvolle Strecke, bestens geeignet für Laufanfänger. Bei warmer Witterung ist die Aschach wunderbar einladend für eine Abkühlung, während der zweite Teil der Strecke durch den Schatten spendenden Wald führt. js