Mit ihnen sind Unmengen politischer und wirtschaftlicher Problematiken verbunden, die international Einfluss ausüben. Die humanitäre und medizinische Katastrophenlage vor Ort findet zwar ebenfalls Eingang in die weltweite Medienberichterstattung, verschwindet oftmals jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder. Dabei wird Hilfe sowohl im Moment der Kriseneskalation beziehungsweise der Kriegshandlung, als auch im Anschluss daran benötigt.

Ärzte ohne Grenzen ist eine international tätige Organisation, die in den betroffenen Gebieten Hilfe leistet. Primär finanziert sich der Verein aus Privatspenden. Für potentielle Spender, aber auch für Interessierte, stellen sich hierbei verschiedene Fragen. Die häufigsten von ihnen werden nachfolgend aufgelistet und beantwortet. Dies ermöglicht einen schnellen Überblick über die Organisation, ihr Tätigkeitsfeld und dem Spendenprinzip.

Was ist Ärzte ohne Grenzen?

Ärzte ohne Grenzen wurde 1971 in Frankreich gegründet. Der originale Name „Médecins Sans Frontières“ (kurz: MSF) wird im internationalen Umfeld ebenso oft verwendet wie die englische Übersetzung „Doctors Without Borders“.  Es handelt sich um eine weltweit agierende Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, für medizinische Nothilfe und Aufklärung in Kriegs- und Krisengebieten Sorge zu tragen. Auch Opfer von Naturkatastrophen werden betreut. Sie besteht aus insgesamt 23 nationalen und regionalen Mitgliedsverbänden.

Ärzte ohne Grenzen geht entsprechend der eigenen Grundsätze unparteiisch, unabhängig und neutral vor. Die Arbeitsweise passt sich individuell der Lage im Einsatzland an und verfolgt als primäres Ziel, Menschenleben zu retten und entstandenes Leid zu lindern. Dabei grenzt die Organisation sich streng von politischen und militärischen Einrichtungen und Zielsetzungen ab.  Für ihre Arbeit erhielt die hauptsächlich aus Ärzten und Pflegekräften bestehende Organisation 1999 den Friedensnobelpreis.

Die deutsche Sektion wurde 1993 gegründet und gilt als eingetragener Verein (e. V.). Sie ist in Berlin ansässig.

Wofür setzen sie sich ein?

Menschen in Not werden von Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Für den Einsatz irrelevant ist der Auslöser der Katastrophe, denn im Fokus der Arbeit stehen die Opfer vor Ort. Sie werden medizinisch versorgt, bekommen Nahrung und eine umfangreiche Betreuung. Auf diese Weise soll ihnen eine menschenwürdige Fortführung ihres Lebens ermöglicht werden. Hierfür werden effektive Koordinationspläne, medizinische Innovationen und eventuell existente Synergien genutzt.

Leid, Bedürftigkeit und Diskriminierung sollen abgeschwächt und im Idealfall beendet werden. Hinzu kommt eine unmittelbare Berichterstattung aus nächster Nähe.

Wie funktioniert das?

Die Organisation finanziert sich hauptsächlich aus Privatspenden. Das Geld ermöglicht die Anstellung medizinischen Fachpersonals und den Einkauf entsprechender Gerätschaften und Ware.

Bevor die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in ein Land aufbrechen, sammeln sie Informationen über die Ausgangslage vor Ort beziehungsweise über die Katastrophensituation. Danach wird über einen Einsatz entschieden. Faktoren wie die voraussichtliche Entwicklung der Krise, mögliche Konsequenzen des Einsatzes und die Frage nach den benötigten Mitarbeiterqualifikationen definieren die Art des Einsatzes und der Vorgehensweise. Auch die Geldmittel werden einer Prüfung unterzogen, bevor die konkrete Einsatzplanung beginnt.

Wer steht dahinter?

Ein Profiteur steht nicht hinter der Organisation; die Spenden werden in die Einsätze und Hilfeleistungen eingebunden. Die Gründung wurde von Ärzten und Journalisten vorgenommen. Sie wollen über Ländergrenzen hinweg Menschen in Not schnell Hilfe zukommen lassen können. Auf übergeordneter internationaler Ebene wird Ärzte ohne Grenzen von der Internationalen Generalversammlung (International General Assembly) verwaltet und vertreten. Sie ist das höchste Organ der Organisation.

Wo ist der Verein aktuell tätig?

Die Organisation war und ist in vielen verschiedenen Ländern tätig. Die Einsatzorte verteilen sich über den gesamten Globus. So agiert Ärzte ohne Grenzen beispielsweise seit vielen Jahren unter anderem in Äthiopien, Indien, Sambia, Haiti und Bangladesch. Seit 2003 ist die Organisation im Irak, seit 2010 in Ägypten aktiv, um weitere Beispiele zu nennen. Eine Liste aller Länder, in denen die Organisation arbeitet, kann neben weiteren Einsatzinformationen auf der deutschen Internetseite http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/ gefunden werden.

Welche Arbeitsschwerpunkte gibt es?

Neben der medizinischen und humanitären Nothilfe, die eine ärztliche Versorgung der Katastrophen- und Kriegsopfer  sowie die Nahrungsversorgung sicherzustellen versucht, organisiert Ärzte ohne Grenzen auch langfristige Projekte. Hierzu gehören Aufbau und Ausstattung medizinischer Einrichtungen wie z.B.  einer Mutter-Kind-Klinik in Afghanistan (2012). Nicht nur kurzfristige Notfalleinsätze, sondern auch zukunftsorientierte Vorhaben werden also angestrebt. Auf diese Weise soll die Lebensqualität hilfsbedürftiger Menschen weltweit verbessert werden.

Was können Privatpersonen tun?

Nicht nur medizinisches Fachpersonal wird für die Arbeit in Krisengebieten benötigt. Die Finanzierungsmöglichkeiten entscheiden in vielen Fällen darüber, ob und inwieweit ein Einsatz möglich ist. Insbesondere die Größe und Ausstattung eines Einsatzes ist eng mit dem zur Verfügung stehenden Budget verknüpft. Aus diesem Grund ist die Organisation auf Spenden angewiesen. Der Löwenanteil des eingenommenen Gelds wird von Privatpersonen geleistet.

Wie kann gespendet werden?

Wer Ärzte ohne Grenzen unterstützen möchte, der kann das in Form einer einmaligen oder dauerhaften Geldspende tun. Die dafür benötigten Kontodaten können online eingesehen oder Informationsblättern entnommen werden. Zusätzlich fördert die Organisation das persönliche Engagement potenzieller Spender, indem sie diese zum Aufbau einer eigenen Spendenaktion aufruft. Solche Aktionen machen einerseits auf Ärzte ohne Grenzen aufmerksam und bringen außerdem Spendenerträge ein. Benötigtes Info- und Aktionsmaterial wird dem Interessenten auf Wunsch zugesandt.

Auch saisonale Spenden- und Verkaufsaktionen in Zusammenarbeit mit engagierten Unternehmen sind Teil des Programms.

Wo geht das gespendete Geld hin?

Das gespendete Geld wird für die Einsätze und die dazugehörige Planung beziehungsweise Verwaltung verwendet. Insbesondere die medizinischen Gerätschaften und Produkte sind neben den Personalkosten mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden.

Welche Vorteile bringt eine Spende dem Zahler?

Mit einer Spende an Ärzte ohne Grenzen unterstützt der Spender eine seit vielen Jahren international tätige Organisation, die Menschen nicht nur hilft, sondern ihnen eine Zukunft ermöglicht. Persönliches Engagement für Lebensqualität und Sicherheit anderer Menschen sorgt nicht nur für das eigene Wohlgefühl, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.