Zehn Kilo hat der englische Schwiegervater abgenommen - in nur sechs Monaten. Sein Erfolgsrezept? Porridge. Vier Esslöffel Haferflocken, etwas Zucker, eine Prise Salz, zwei Tassen verdünnte Milch, zwei Minuten in die Mikrowelle: fertig!
Was der frisch erschlankte Schwiegervater sicher nicht geahnt hat: Mit seiner Wiederentdeckung des guten alten Haferschleimfrühstücks - denn Porridge bedeutet im englischen nichts anderes als Haferbrei - ist er mitten im Zeitgeist gelandet. Und das gilt nicht nur für Großbritannien, wo man das Arme-Leute-Frühstück aus Schottland ursprünglich mit Wasser statt Milch kochte und auf den Zucker verzichtete.


Comfort-Food: warm, weich und bekömmlich

Auch in Deutschland wird der britische Sattmacher inzwischen als Trend-Lebensmittel gefeiert oder auch gerne mal als "Hipster-Frühstück" und "Oat Cuisine" betrachtet. Die Bio-Müsli-Kette Mymuesli hat den Getreidebrei zeitgemäß verpackt ins Sortiment genommen. Und das, obwohl der Porridge doch vor allem eines ist: ein Comfort-Food - warm, weich, reich an Spurenelementen und überaus bekömmlich. Besonders in Kombination mit frischem Obst wird er heute gern als Fitness-Frühstück verzehrt.
Abgezeichnet hat sich die Renaissance des Schleims schon länger: Das Marktforschungsinstitut für den Biohandel BioVista konstatierte bereits 2012 eine Vervielfachung des Porridge-Anteils bei den Müsliprodukten. Und nicht zuletzt hat der Oatmeal-Hype aus den USA, wo man das Hafer-Milch-Gemisch nicht etwa erhitzt, sondern über Nacht zum Einweichen in den Kühlschrank stellt, seinem britischen Vetter auf dem Weg zum Trend sicherlich geholfen. Nun aber überschlagen sich Food-Blogger aus aller Welt mit Rezeptvorschlägen und zeigen: Porridge ist mindestens so wandelbar wie Pizza, wenn auch gesünder.


Ahornsirup und Nüsse

Gesüßt wird mit Zucker, Honig oder Ahornsirup - der Rest ist Geschmackssache. Mit Studentenfutter und Cashewkernen wird der Haferbrei zur Hirnnahrung, als leichte Kost wird er mit Zimt und Apfelmus im Sommer serviert. Knusperfreunde geben außer Nüssen beispielsweise auch etwas Krokant dazu. Das Fitness-Frühstück gibt's inzwischen nicht mehr nur in der Fitnessvariante - und nicht nur zum Frühstück: Experimentierfreudige kippen auch mal einen Schuss Whiskey hinein.
Tatsächlich werden Haferflocken inzwischen auch herzhaft gekocht. "Savoury porridge: annoying trend or delicious for dinner?" - so titelte ungläubig der "Daily Telegraph". In London wird pampiger Haferbrei nämlich in Rote-Bete-Saft gegart und mit Sauce hollandaise sowie einem halb flüssigen, pochierten Ei getoppt. Angeblich ein Renner, wie auch das "Oatsotto" mit Pilzen, Thymian und geröstetem Salbei - al dente gegart natürlich. Das klingt, als wäre Porridge durchaus auch zum Zunehmen geeignet ...


Ein Porridge-Rezept

Als Fitness-Frühstück eignet sich Porridge besonders gut, wenn es mit frischem Obst kombiniert wird wie bei diesem Rezept für Beerenporridge mit Aprikosen.

Zutaten
(für vier Perosnen)
8 getrocknete Aprikosen
1 Liter Milch, 1,5 % Fett
10 g Butter (2 TL)
1 Prise Salz
200 g Vollkornhaferflocken
4 EL Honig (je nach Geschmack etwas mehr oder weniger)
500 g frische Beeren, gemischt

Zubereitung
1. Milch, Butter und eine Prise Salz in einem Topf aufkochen lassen, dann die Haferflocken hinzugeben und das Ganze etwa zehn bis 15 Minuten quellen lassen.
2. Die getrockneten Aprikosen würfeln und in die Hafermasse geben.
3. Honig unterrühren.
4. Beeren waschen und klein schneiden.
5. Porridge in Schälchen füllen und mit den frischen Beeren belegen.