Am Steuer des Cabrios sitzt Frauchen, und neben ihr lugt der Mops aus dem Fenster. Eine Szene wie diese ist nett anzusehen, taugt aber nicht als Vorbild. "Wer mit Haustieren auf Reisen geht, sollte im eigenen Interesse ein paar Regeln beachten", sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigen-Organisation KÜS in Losheim am See. Er denkt dabei in erster Linie an die Sicherheit für Mensch und Tier.

So bequem es für einen Hund im Fußraum des Beifahrersitzes oder für eine Katze auf der Rückbank auch sein mag: "Wer weiß, ob das Tier nicht plötzlich dem Fahrer auf den Schoß hüpft", mahnt Marmit. "Bei 130 Kilometer pro Stunde auf der Autobahn kann das ziemlich heikel werden."
Zwar gibt es laut Marmit keine explizite Pflicht zur Sicherung von Tieren im Auto. "Aber deshalb können Autofahrer nicht machen, was sie wollen." Hunde und Katzen seien nüchtern betrachtet "Ladung" und müssten genauso sicher transportiert werden wie Kisten oder Koffer. Nach der Straßenverkehrsordnung müsse Ladung immer so gesichert sein, dass sie niemanden gefährden kann.

Wer das missachtet, kann zur Kasse gebeten werden, sagt Thomas Niederste-Werbeck, Chefredakteur des Magazins "Dogs". Verstöße würden mit 35 Euro Bußgeld geahndet, bei Gefährdung sogar mit 50 Euro und drei Punkten. Außerdem müsse die Kaskoversicherung im Schadensfall mit einem ungesicherten Hund nicht zahlen, sagt Niederste-Werbeck.
Wie wichtig die Sicherung der Tiere ist, merkt man bei einer Bremsung in Gefahrensituationen: Ein Hund könne durch die Fliehkraft das Gewicht eines Elefanten bekommen, warnt der ADAC beispielhaft. Tiere müssten deshalb gut gesichert werden. Für kleinere Tiere empfehlen die Tester des Automobilclubs Transportboxen, die am besten im Fußraum vor der Rückbank platziert werden.

Eine Alternative sind Geschirre, mit denen Tiere angeschnallt werden können. Preise, Ausführungen und Materialqualität unterscheiden sich stark, und der Schutz für Tier und Mensch ist entsprechend unterschiedlich. In einem Crashtest des ADAC haben diese Rückhalteeinrichtungen keinen sonderlich guten Gesamteindruck hinterlassen und allenfalls ein "bedingt empfehlenswert" erzielt. Das Material habe den Belastungen zum Teil nicht standgehalten. Und oft seien die Gurte so lose, dass zwar der Mensch geschützt werde, dem Tier aber bei einem Unfall kaum geholfen sei.

"Große Tiere gehören in das Gepäckabteil", lautet deshalb ein Fazit aus dem ADAC-Crashtest. Stabile Transportboxen und Edelstahl-Zwinger, die in Kombis und Geländewagen direkt hinter der Rückbank stehen, böten im Zusammenspiel mit einem massiven Trennschutz zwischen Koffer- und Passagierraum den besten Schutz.
Beim Tiertransport im privaten Pkw geht es neben der Sicherheit auch um Sauberkeit: "Geruch und Haare können sich im Wagen festsetzen", sagt Marmit. "Das ist wenig hygienisch, für viele Mitfahrer unangenehm und erschwert später den Wiederverkauf." Der KÜS-Sprecher rät deshalb zu Decken, die rutschfest am Sitz befestigt werden, und zur regelmäßigen Fahrzeugreinigung. Hartnäckige Gerüche ließen sich mit einer speziellen Ozon-Behandlung beseitigen.

Natürlich sollen sich die Tiere an Bord auch wohlfühlen. "Dogs"-Chefredakteur Niederste-Werbeck rät deshalb zu Autos mit einem ausgewogenen Fahrwerk für eine komfortable Straßenlage. Außerdem empfiehlt er Modelle mit steil stehenden Heckscheiben, da diese das Gepäckabteil nicht so schnell aufheizen. Seitliche Ausstellfenster helfen bei der Lüftung ohne Zugluft und eine Klimaanlage reguliere die Luftfeuchtigkeit.