Eine Datensicherung ist so lange überflüssig, bis Daten verloren gehen - sei es durch versehentliches Löschen, Viren oder einen Festplattendefekt. Wenn das passiert und keine Sicherung vorhanden ist, können jahrelang gesammelte Daten, Fotos und Dokumente verloren gehen. Nur wer seine Daten regelmäßig sichert, entgeht der vorhersehbaren Katastrophe.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Datensicherung. Eine Vollsicherung berücksichtigt immer alle Daten und bietet bei Bedarf einen leichten und schnellen Zugriff auf jede einzelne Datei. Allerdings dauert sie lange und verschlingt viel Speicherplatz.

Nach einer Vollsicherung gibt es aber auch die Möglichkeit einer sogenannten inkrementellen Sicherung: Hierbei speichert man nur die Daten, die sich seit der letzten Sicherung verändert haben und so weiter. Das geht schnell, hat aber einen Nachteil: Im Notfall muss immer erst die letzte Vollsicherung aufs System gespielt werden, gefolgt von den verschiedenen kleinen Sicherungssätzen. Diese gilt es auch zu durchsuchen, wenn man nur nach einer einzelnen Datei fahndet.


Differentielle Sicherung als Kompromiss



Um eine Kompromissmethode handelt es sich bei der sogenannten differentiellen Sicherung. Auch sie baut auf einer Vollsicherung auf. Gespeichert werden dann alle Daten, die sich seit der letzten Vollsicherung verändert haben. Zur Wiederherstellung sind nur die letzte Vollsicherung und der letzte differentielle Sicherungssatz notwendig. Aber auch hier ist der Speicherplatzbedarf erheblich.

So weit die komplizierte Theorie. In der Praxis erleichtert Backup-Software dem Anwender die Datensicherung. Von den verwinkelten und verwirrenden Sicherungsroutinen bekommt man dann nichts mehr mit. Für Privatanwender reicht es grundsätzlich, nur selbst erstellte Dokumente wie Texte, Bilder oder Tabellen zu sichern, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). "Denn meistens gibt es fürs Betriebssystem Reparaturmechanismen." Oder man installiert es ebenso wie die Anwendungsprogramme einfach neu.

Windows 7 verfügt über ein integriertes Sicherungsprogramm, das automatisch zu festgelegten Zeiten seine Arbeit aufnimmt. Als Sicherungsort bieten sich entweder externe Festplatten an, die auch ins Heimnetzwerk eingebunden sein können (NAS), Festplatten in anderen Rechnern oder sogar Speicher im Internet.


Online-Speicher nur begrenzt geeignet



Letzterer ist für große Datenmengen aber nur begrenzt geeignet, weil das Kopieren aufgrund schmalbandiger Upload-Kapazitäten bei privaten Internetanschlüssen sehr lange dauert. Auf der anderen Seite können viele Onlinespeicher Dateien automatisch synchronisieren - sogar auf mehreren Rechnern. Aus Sicherheitsgründen sollten Nutzer ihre Daten nur verschlüsselt in Online-Speichern lagern.

Das Sichern oder Synchronisieren mit Hilfe von Onlinespeichern wie Telekom Cloud, Dropbox und GDrive oder speziellen Backup-Diensten im Internet wie Mozy oder Idrive ist aber kein Ersatz für lokale Backups. "Es ist jederzeit möglich, dass bei der Synchronisation etwas schief läuft", warnt der IT-Berater Götz Güttich. Die Daten lassen sich dann höchstens manuell wiederherstellen.

"Um ein sinnvolles Backup für einen einzelnen Arbeitsplatz zu erstellen, empfehle ich den gleichzeitigen Einsatz eines Backup-Programms, das die zu sichernden Daten mindestens einmal am Tag auf einer lokalen Festplatte speichert, und den Einsatz einer Online-Backup-Lösung", rät Güttich.


Gute Freeware für alle Betriebssysteme



Wer kein Windows 7 hat oder auf einem anderen Betriebssystem arbeitet, findet eine Vielzahl guter Freeware-Programme zur Datensicherung. Beispiele dafür sind TrayBackup, Cobian oder Acera. Letzteres läuft als Java-Programm auch auf Mac oder Linux. Mac-Nutzer können zudem auf iBackup oder SuperDuper zurückgreifen. Das Programm Duplicati wiederum gibt es für alle drei Betriebssysteme. Es verschlüsselt die Backup-Daten und lädt sie gleich ins Internet hoch.

Auch eine althergebrachte Sicherung der Daten auf CD oder DVD ist möglich - und günstig. Allerdings bieten optische Datenträger eine für heutige Verhältnisse eher geringe Speicherkapazität und bergen das Risiko, schon nach wenigen Jahren nicht mehr lesbar zu sein. Das BSI empfiehlt, Backup-Datenträger getrennt vom Rechner und am besten in einem anderen Raum aufzubewahren.


Daten vor Einbrechern schützen


Rechner sind für Einbrecher ebenso schnell Beute wie externe Festplatten - wenn sie diese finden. Es kann sich also lohnen, die Platte mit der Datensicherung zu verstecken. Reicht bei einer Netzwerkfestplatte (NAS) das WLAN nicht weit genug oder soll kein LAN-Kabel verlegt werden, helfen Powerline-Adapter. Sie benötigen nur eine Steckdose und übertragen die Daten übers Stromnetz. Der Gegenstellen-Adapter kommt in eine Steckdose in Routernähe. Die Adapter werden mit NAS und Router jeweils per LAN-Kabel verbunden.