Pfingsten wird auch 2018 am 50. Tag des Osterfestes beziehungsweise sieben Wochen nach Ostersonntag gefeiert - als feierlicher Abschluss der Osterzeit. Doch denkt man an Pfingsten, fallen einem meist wenig bis keine Bräuche oder Symbole ein, die sinnbildlich für die Feiertag stehen.


Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes

Das Johannesevangelium beschreibt, dass der auferstandene Jesus Christus am Abend des Ostertages in die Mitte seiner Jünger kam. Er hauchte sie an mit den Worten "Empfanget den Heiligen Geist!" und übertrug ihnen so den Geist Gottes.

Aus diesem Grund bezeichnet man Pfingsten auch gelegentlich als "Geburtstag der Kirche".

50 Tage nach dem Tod Jesu sitzen seine Jünger in Jerusalem zusammen, als plötzlich ein brausen vom Himmel kommt und ein gewaltiger Wind das Haus erfüllt. Feuerzungen fallen auf die Köpfe der Anwesenden, eine auf jedes Haupt.

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in einer fremden Sprache zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. Wind und Feuer sind also Zeichen der Verbreitung des Heiligen Geistes.


Der Heilige Geist soll sich im Verhalten der Menschen widerspiegeln

Der Heilige Geist zählt zusammen mit Gott und Jesus zur Heiligen Dreifaltigkeit: Der Geist ist dabei die Kraft der Veränderung, die von Gott ausgeht. Der Heilige Geist soll die Veränderung bringen, die sich auf das menschliche Verhalten übertragen soll. Seit dem Mittelalter sind die "Sieben Gaben des Geistes" überliefert: Dazu zählen Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.


Der heilige Geist bei den Protestanten

Die lutherische Orthodoxie des 17. Jahrhunderts kam ebenfalls zu einer siebenstufigen Aufzählung der Geistesgaben - allerdings klingen diese hier ganz anders: Berufung, Wiedergeburt, Bekehrung, Rechtfertigung, Buße, Vereinigung mit Gott und Heiligung waren die offiziellen evangelischen Geistesgaben.

Der Apostel Paulus war es, der die vielfältigen Gaben des Heiligen Geistes auf einen Nenner brachte: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist", schrieb er an die christliche Gemeinde in Rom. Liebe als Geistesgabe also - auch heute noch ein Thema in Pfingstgottesdiensten, die oft auch ökumenisch begangen werden.


Am 20. Mai ist Pfingsten doch wie wurde dies berechnet?


Auf welches Datum Pfingsten fällt, hängt vom Osterdatum ab. Übernommen wurden die 50 Tage zwischen den Festen vom Judentum, dies orientiert sich am Abstand zwischen den jüdischen Festen Pessach und Schawuot.

Da im Christentum die Feste Ostern und Pfingsten wegen der Auferstehung Jesu auf einen Sonntag gelegt wurden, wird der Ostersonntag als erster Tag der 50 Tage gezählt.


Pfingstsymbole und deren Bedeutung

Das wohl bekannteste Pfingstsymbol ist die Taube. Sie soll den Heiligen Geist darstellen, der bei der Taufe Jesu wie eine Taube über ihm schwebte und dann auf ihn herabstieg. Die weiße Taube steht außerdem für Reinheit und Frieden.

Genauso gehört die Pfingstrose zum Feiertag. Wie die klassische Rose ist auch die Pfingstrose ein Symbol für Liebe. Da sie aber keine Dornen besitzt, gilt sie besonders als Zeichen für Heil und Geborgenheit.

Auch das Feuer gehört zu Pfingsten. In manchen Gemeinden wird heute noch ein Pfingstfeuer angezündet. Damit wird einerseits der Winter verabschiedet und der Frühling willkommen geheißen. Außerdem geht das Feuer auf den Heiligen Geist zurück, der das "Feuer des Glaubens" in den Menschen entfachen soll.


Brauch in Franken: Birkenstecken

Das Birkenstecken ist in Franken ein sehr alter Brauch und wird heute nur noch vereinzelt in einigen Ortschaften gepflegt. Mit dem Birkenstecken teilte man früher seiner Angebeteten seine Zuneigung mit und stellte zu diesem Zweck eine Birke an die Hauswand der Geliebten. Um es möglich zu machen, herauszufinden, wer die Birke gebracht hat, wird auch oft eine Kalkspur bis zum Haus des Junggesellen gestreut.