Naturschützer hatten den Wanderrekord während einer zweijährigen Studie über das Verhalten der Zebras (Equus quagga) beobachtet. «Es ist erstaunlich, dass so ein großes und sichtbares Tier anscheinend Jahr für Jahr diese enorme Distanz zurücklegt und wir es so lange nicht bemerkt haben», sagte Studienleiter Robin Naidoo vom WWF.

Die Experten hatten acht Tiere mit Satellitenhalsbändern ausgestattet. Das Ergebnis: Die riesigen Zebra-Herden - sie bestehen aus mindestens 1500 Tieren - halten sich von Juni bis Dezember im Nordosten Namibias auf.

Zu Beginn der Regenzeit ziehen sie dann Richtung Süden an einem Fluss entlang und erreichen zwei Wochen später den 250 Kilometer entfernten Nationalpark Nxai Pan in Botsuana. Nach zehn Wochen Grasen machen sie sich auf den Rückweg, für den sie sich mit rund drei Monaten deutlich mehr Zeit lassen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei den langen Wanderungen um ein altes Verhaltensmuster handelt und nicht um eine Reaktion auf aktuelle Umweltbedingungen. Die Herden könnten nämlich auch geeignete Weidegründe näher an ihrer Basis in Namibia erreichen.