Dann beträgt seine Entfernung nur noch 103 Millionen Kilometer. Das entspricht ungefähr zwei Dritteln des mittleren Abstands der Erde zur Sonne. Doch bis zum 23. Juli müssen Sternengucker nicht warten: Schon jetzt erscheint der Komet morgens gegen 3.00 Uhr am nordnordöstlichen Sternenhimmel - bevor er von der aufgehenden Sonne überstrahlt wird. «Ab dem 18. Juli ist er dann in Deutschland nur noch abends zu sehen», sagt Liefke.

Wie hell der leuchtende Punkt mit seinem Schweif bei seiner größten Annäherung an die Erde scheinen wird, ist jedoch noch völlig unklar. «Kometen sind immer ein bisschen unberechenbar. Das müssen wir einfach abwarten», schätzt die Expertin. Auch von wo aus er tatsächlich zu sehen ist, ist ungewiss. Denn nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach ziehen bis mindestens Samstag (11. Juli) immer wieder dichte Wolken über Deutschland hinweg, die den Blick in den Himmel versperren. Entdeckt wurde Neowise erst im März dieses Jahres von dem reaktivierten Weltraumteleskop gleichen Namens.

© dpa-infocom, dpa:200708-99-721971/2