Es werde europaweit der erste Quantencomputer auf diesem Level sein und unter vergleichbaren Systemen weltweit führend, sagte der Koordinator des Projekts, Physik-Professor Frank Wilhelm-Mauch, an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

Das Projekt ist Teil eines einer Milliarde Euro schweren EU-Flaggschiffprogramms zur Erforschung von Quantentechnologien, das am Montag in Wien vorgestellt wurde. Der Computer, der dann am Forschungszentrum in Jülich (Nordrhein-Westfalen) stehen werde, solle vor allem die Simulation von Abläufen in Chemie und Materialwissenschaft sowie das maschinelle Lernen in der Künstlichen Intelligenz beschleunigen, sagte Wilhelm-Mauch, Professor für Quanten- und Festkörpertheorie.

Die Quantentechnologie stehe heute an der Schwelle zum Durchbruch in den technologischen Alltag. Quantencomputer könnten Probleme lösen, die herkömmliche Rechner an ihre Grenze brächten: Das liege daran, dass Quantencomputer anderes rechnen: Statt wie normale Computer Rechenschritte nacheinander abzuarbeiten, könnten Quantencomputer Operationen parallel verarbeiten und seien so ungleich schneller. Der entstehende Quantencomputer solle am Ende 100 Quanten- oder Qubits haben und über eine Open-Source-Software über eine Cloud jedem zur Bearbeitung offen stehen.