«Hier muss etwas passieren», forderte der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, am Mittwoch in Berlin. Sitzen die Fahrgäste erst im Bus oder im Zug, sehen sie sich der Umfrage zufolge besser aufgehoben. Nur jeder elfte fühle sich in den Fahrzeugen nicht sicher.

Insgesamt sind die Zahlen etwas besser als bei der letzten Umfrage vor einem Jahr. Berichte über einzelne schockierende Übergriffe verzerrten das Bild, sagte der Geschäftsführer des Lobbyverbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Bundesweite Zahlen gebe es zwar nicht, nach den verfügbaren Daten gehe die Gewalt aber zurück. «Die Stimmung scheint schlechter zu sein als die Lage.»

Tatsächlich gibt es zumindest bei der Bahn nach Konzernstatistiken weniger Gewalt. Die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen erreicht Rekordwerte. Dass sich viele auf Bahnhöfen dennoch unsicher fühlten, sei ein Hilferuf der Befragten an Politik, Unternehmen und Medien, sagte Flege.

Pro Bahn, die Allianz und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft ließen auch erfragen, welche Lösungen die Reisenden wünschen: 79 Prozent wollen mehr Video-Überwachung und mehr Personal in Uniform im Fahrzeug, 73 Prozent wollen ein generelles Alkoholverbot, 68 Prozent mehr Sicherheitspersonal. Die Auftraggeber der Umfrage forderten zudem «Sicherheitspartnerschaften» von Bund, Ländern, Kommunen, Verkehrsverbünden, Unternehmen und Organisatoren von Großveranstaltungen.

Forsa hatte im April und Mai telefonisch 3216 erwachsene Bundesbürger befragt. Ausgewählt wurden nur Menschen, die auch öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Am besten sind die Werte in Thüringen und Sachsen, am Ende der Ranglisten stehen Brandenburg und Berlin beziehungsweise das Saarland.