Nach einer Verkehrskontrolle im US-Bundesstaat Texas hat ein Schütze scheinbar wahllos das Feuer eröffnet und sieben Menschen getötet. Rund 20 Menschen wurden verletzt, darunter ein 17 Monate altes Baby, dem der Täter ins Gesicht geschossen hatte, wie die Polizei am Sonntag erklärte.

Der Schütze wurde von Polizisten getötet, als er im Ort Odessa vor einem viel besuchten Multiplex-Kino parkte. Es liege nahe, dass er dort mit seinem Sturmgewehr weitere Menschen erschießen wollte, sagte Polizeichef Michael Gerke vor Journalisten. Der Vorfall erneuerte in den USA auch wieder die Debatte um schärfere Waffengesetze.

Die Todesopfer waren zwischen 15 und 52 Jahren alt, erklärte die Polizei. Der Schütze war ein vorbestrafter etwa Mitte 30 Jahre alter Weißer. Er werde seinen Namen nicht nennen, um ihm keine zusätzliche Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, sagte Gerke. Am Samstag hatte die Polizei zunächst noch von fünf Todesopfern gesprochen. Unter den Verletzten waren auch drei Polizeibeamte.

Der Angriff hatte laut Polizei mit einer Verkehrskontrolle zwischen den Orten Midland und Odessa begonnen. Nachdem der Verdächtige das Feuer eröffnet hatte, fuhr er weiter nach Odessa. Dort habe er weiter um sich geschossen, sein Auto abgestellt und einen Lieferwagen der Post gekapert. Das Tatmotiv blieb zunächst unklar.

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, verurteilte den Zwischenfall als «sinnlosen und feigen Angriff». Er werde nicht zulassen, dass Texas von «Hass und Gewalt» überzogen werde, erklärte er. Es brauche Lösungen, Kriminellen die Waffen zu nehmen, aber gleichzeitig das Recht zum Waffenbesitz aufrecht zu halten. Texas hat besonders laxe Waffengesetze.

In den USA, wo Waffen meist sehr leicht zu kaufen sind, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Schützen in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten auf Passanten feuern. Tausende Menschen sterben jedes Jahr infolge von Schusswaffengebrauch. Erst Anfang August hatten zwei Schützen in El Paso (Texas) und in Dayton (Ohio) mit Sturmgewehren Blutbäder angerichtet - insgesamt wurden damals 31 Menschen getötet und zahlreiche verletzt.

Die Gewaltverbrechen in El Paso und Dayton führten zu neuen Debatten über das Waffenrecht in den USA und dessen Reform. Zahlreiche Politiker forderten nun erneut eine drastische Verschärfung der Regeln für den Verkauf von Schusswaffen.

Der führende Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Joe Biden, erklärte: «Es reicht. Wir müssen dieser Epidemie ein Ende setzen.» Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, forderte den Senat auf, einer Verschärfung der Waffengesetze zuzustimmen. Die tödliche Epidemie der Waffengewalt verursache jeden Tag zu viele «Tragödien und gebrochene Herzen», erklärte sie. Die Präsidentschaftsbewerberin Kamala Harris erklärte: «Ich habe es satt. Amerika hat es satt. Wir müssen handeln.»

US-Präsident Donald Trump sprach von einem «traurigen» Vorfall, erklärte jedoch, dass sich die Sachlage beim Waffenrecht dadurch nicht verändere. Es würden derzeit «viele verschiedene Gesetze» geprüft, sagte Trump im Weißen Haus. Auch die von den Demokraten geforderten strikteren Überprüfen vor Waffenkäufen könnte die meisten Schützen nicht aufhalten, sagte Trump. «Es ist ein großes Problem.»