Dort liege das Risiko für ein 15-jähriges Mädchen, vor oder kurz nach der Niederkunft zu sterben, bei etwa 1 zu 40. Bei einem gleichaltrigen Mädchen in Europa liege das Risiko bei 1 zu 3300. Auch der ebenfalls am Dienstag veröffentlichte jährliche Welt-Mütter-Report der Kinderrechtsorganisation Save the Children sieht afrikanische Staaten wie Nigeria, Kongo und Somalia als Schlusslichter auf einer Liste mit insgesamt 178 Nationen.

Am besten geht es laut Save the Children Müttern in Finnland, Norwegen und Schweden. Bewertet werden beim jährlichen Welt-Mütter-Report die Gesundheit von Müttern, Kindersterblichkeit, Schulbildung, Einkommen und der gesellschaftliche Status von Frauen.

Deutschland verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz und steht nun auf Rang acht. Laut Save the Children gibt es eine «enorme Kluft» zwischen armen und reichen Ländern: Während in Schweden statistisch eine von mehr als 14 000 Frauen wegen Komplikationen vor oder bei der Geburt sterbe, sei es im Tschad eine von 15 Frauen.

Dennoch gibt es auch relativ gute Nachrichten von der WHO: Insgesamt sterben weltweit immer weniger Frauen wegen Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt. Rund 289 000 Frauen seien im vergangenen Jahr vor oder kurz nach der Entbindung ums Leben gekommen. 1990 seien es noch 523 000 Frauen gewesen.

Rund ein Viertel aller Todesfälle ist nach WHO-Angaben auf bereits bestehende gesundheitliche Probleme wie Diabetes, Fettleibigkeit, HIV oder Malaria zurückzuführen. Eine weitere Hauptursache für Müttersterblichkeit seien starke Blutungen nach der Geburt. Der Gesundheitsdirektor der Weltbankgruppe, Tim Evans, sagte: «33 tote Mütter pro Stunde sind 33 zu viel.»

Elf Länder, die 1990 noch eine hohe Müttersterblichkeit aufwiesen, hätten diese seitdem um mindestens 75 Prozent gesenkt und damit eines der Milleniumziele der Vereinten Nationen erreicht, wie es hieß, darunter Eritrea und Ruanda.