Nach einer repräsentativen Untersuchung der Allianz Pro Schiene gaben 27 Prozent an, dass sie auf Bahnhöfen und Haltestellen ein eher mulmiges Gefühl beschleiche - im vergangenen Jahr waren es 32 Prozent.

«An den Verkehrsstationen herrscht gewaltiger Handlungsbedarf», erklärte Verbands-Geschäftsführer Dirk Flege in Berlin. Die Angst vieler Reisenden müsse ernst genommen werden. «Im Zweifelsfall gibt nämlich das Gefühl den Ausschlag, ob jemand den öffentlichen Verkehr nützt oder meidet», sagte Flege.

In der Forsa-Umfrage im Auftrag der Allianz Pro Schiene gaben 92 Prozent an, sie fühlten sich in Zügen und Bussen während der Fahrt wohl. Insgesamt wurden 3231 Bundesbürger nach ihrem Sicherheitsgefühl in öffentlichen Verkehrsmitteln befragt - in Bussen, Bahnen, S- und U-Bahn.

Die Allianz Pro Schiene kritisiert, dass es zur Gewalt an Bahnhöfen und in Zügen noch immer keinen vollständigen Zahlenüberblick gebe, sondern eher einen «Flickenteppich». Der Bund solle einen jährlichen Bericht zur Sicherheit im öffentlichen Verkehr vorlegen. Auf dieser Grundlage könnten dann Entscheidungen getroffen werden, sagte der Pro-Schiene-Geschäftsführer.

Laut der Umfrage fühlten sich die meisten Fahrgäste auf den Bahnhöfen und Haltestellen in Thüringen (79 Prozent) und Bayern (77) sicher. Weniger sicher empfanden sich Fahrgäste dagegen in Brandenburg (63), Rheinland-Pfalz (62) und im Saarland (60).

Laut der Umfrage sind für die Nutzer vor allem mehr Sicherheitspersonal (90 Prozent), ansprechbare Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen (83) sowie Videoüberwachung (82) wichtig.

Ein Bahnsprecher sagte zu den Ergebnissen der Umfrage, die Bahn sei bereits sicherer als der öffentliche Raum. 2013 sei die Präsenz von Sicherheitskräften an stark frequentierten Stationen erhöht worden. Viele Bahnhöfe seien heller und moderner geworden.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Deutschland mehr als 11,12 Milliarden Fahrgäste in Bus und Bahn gezählt, 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Allianz Pro Schiene gehören 20 Verbände und mehr als 100 Unternehmen aus der Eisenbahnbranche an.