Knapp 16 Monate nach dem Massaker an einer Schule im US-Bundesstaat Florida mit 17 Todesopfern ist ein ehemaliger Wachmann wegen Untätigkeit festgenommen und angeklagt worden.

Dem 56-Jährigen werde unter anderem vorgeworfen, seine Pflicht verletzt zu haben, die Kinder zu schützen, berichteten US-Medien am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Ihm drohten bis zu 97 Jahre Haft, schrieb die örtliche Zeitung «Sun Sentinel».

Statt einzugreifen, habe sich der inzwischen pensionierte Hilfssheriff damals zurückgezogen und 48 Minuten lang mit gezogener Waffe versteckt, während in der Schule die Schüsse fielen, zitierte die Zeitung aus einem Untersuchungsbericht. Der Anwalt des 56-Jährigen wies die Vorwürfe zurück und erklärte, der Mann werde zum Sündenbock gemacht. US-Präsident Donald Trump hatte den Sicherheitsbeamten nach dem Vorfall als Feigling kritisiert.

Ein weiterer Beamter wurde ebenfalls wegen Untätigkeit entlassen, aber nicht angeklagt. Er habe sich damals zehn Minuten lang hinter einem Auto versteckt, ohne sein Funkgerät einzuschalten, hieß es.

Am 14. Februar 2018 hatte an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Der Schütze wurde festgenommen. Überlebende Schüler hatten nach dem Blutbad eine Protestaktion gegen Waffengewalt und für striktere Waffengesetze in den USA gestartet, die zu einer landesweiten Bewegung wurde.