Enrique «Kike» Plancarte Solís sei bei einem Gefecht in der Ortschaft Colón im Bundesstaat Querétaro ums Leben gekommen, berichteten mexikanische Medien am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Sicherheitskreise.

«Wir überprüfen die Identität von Enrique Plancarte, der vermutlich bei einem Zusammenstoß mit der Marine getötet wurde», teilte das Innenministerium auf Twitter mit. Auf Hinweise, die zur Festnahme von Plancarte führen, hatte die mexikanische Regierung eine Belohnung von zehn Millionen Pesos (556 000 Euro) ausgesetzt. Ihm wurden Drogenhandel und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Plancarte führte die Tempelritter gemeinsam mit Servando Gómez Martínez alias «La Tuta». Erst vor wenigen Wochen war mit Nazario Moreno González alias «El Chayo» der legendäre Gründer der «Caballeros Templarios» von Sicherheitskräften getötet worden.

Das pseudoreligiöse Kartell hat seine Basis im westmexikanischen Bundesstaat Michoacán und ist in Drogenhandel, Schutzgelderpressung sowie illegalen Bergbau verwickelt. Es will sich aber auch als soziale Bewegung präsentieren, die Schulen baut und Kleinkriminelle verfolgt.

Seit rund einem Jahr kämpfen Bürgerwehren gegen die Tempelritter in Michoacán. Bei ihrer jüngsten Offensive zu Jahresbeginn beschlagnahmten Kämpfer der Selbstverteidigungsgruppen Plancartes Haus in Nueva Italia und posierten für Fotos in dem luxuriösen Anwesen.

Wegen der heftigen Auseinandersetzungen hat die Regierung Tausende Soldaten und Polizisten in die Unruheprovinz entsandt. Zuletzt waren mehrere Männern aus Plancartes engstem Umfeld festgenommen worden.