Die Weiterreise ins Katastrophengebiet am Siachen-Gletscher in Kaschmir habe sich zunächst wegen schlechten Wetters verzögert. Drei Tage nach der gewaltigen Lawine galten die Chancen auf Überlebende als minimal. Die Schnee- und Geröllmassen hatten am Samstag mindestens 124 pakistanische Soldaten und elf Zivilisten unter sich begraben. Bis Dienstag konnten weder Überlebende noch Leichen geborgen werden.

Pakistans Armeesprecher Athar Abbas sagte, auch Expertenteams aus den USA und aus der Schweiz warteten darauf, in die Unglücksregion zu fliegen. Mehr als 450 Helfer seien bei den Bergungsarbeiten eingesetzt. Sie arbeiteten «Tag und Nacht».

Der Siachen-Gletscher wird von Pakistan und Indien beansprucht. Bis zu einem Waffenstillstand 2003 war er über Jahre hinweg immer wieder umkämpft. Die beiden Atommächte haben dort mehr Soldaten wegen Lawinen und schlechtem Wetter verloren als durch Gefechte.

Die Lawine hat auf rund 4500 Meter Höhe ein etwa einen Quadratkilometer großes Gebiet mit Schnee zugeschüttet. Nach Angaben des Militärs ist das Hauptquartier eines Infanterie-Bataillons betroffen, das sich bereits seit 20 Jahren in diesem Ort befunden hatte. Während dieses Zeitraums habe es keinerlei Zwischenfälle gegeben.