«Ziel ist es, einen grundlegenden Neuanfang der Ausbildung auf dem Segelschulschiff zu gestalten», heißt es in einem Zwischenbericht des Verteidigungsministeriums zur Reform der Offiziersausbildung, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Die Ausbildung auf der «Gorch Fock» war im November 2010 nach dem tödlichen Sturz einer 25-jährigen Kadettin aus der Takelage ausgesetzt worden. Wenige Wochen später hagelte es Negativ-Schlagzeilen über chaotische Zustände auf dem Schiff. Vorwürfe der Drangsalierung und sexuellen Belästigung standen im Raum.

Eine unabhängige Kommission unter Leitung des Historikers Reiner Pommerin machte Mitte vergangenen Jahres Vorschläge zur Reform der Ausbildung, die nun teilweise umgesetzt werden. Die Offiziersanwärter sollen künftig sieben statt sechs Wochen auf der «Gorch Fock» geschult werden.

Zu den geplanten Änderungen an Bord zählen mehrere zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen in der Takelage sowie neue Schwimmwesten mit Kälteschutzanzug und Seenotsender. Alle Soldaten, die später in der Takelage eingesetzt werden, sollen ab Juli an einem Übungsmast an der Marineschule Mürwik ausgebildet werden. Die Sportausbildung der Kadetten wurde bereits von 167 auf 222 Unterrichtsstunden erhöht.

Alle Gefahren werden für die Offiziersanwärter aber nicht ausgeräumt werden können. «Risiken können durch sicherheitstechnische, organisatorische oder personelle Maßnahmen zwar vermindert, aber nie gänzlich ausgeschlossen werden», heißt in dem Bericht.

Derzeit wird der Dreimaster in Bremerhaven repariert. Bei Routinearbeiten am Segelschulschiff waren erhebliche Rostschäden festgestellt worden.