In New South Wales starb ein 43-jähriger Mann, als er einen Hochwasser führenden Bach überqueren wollte, wie der Fernsehsender «ABC News» am Sonntag berichtete. 70 Prozent des Bundesstaats sind von Überschwemmungen betroffen; etwa 3000 Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen.

Nahe der Stadt Wagga Wagga im Süden von New South Wales (SES) droht der Murrumbidgee-Fluss über die Ufer zu treten. Ältere Einwohner aus der Umgebung wurden in einem Evakuierungszentrum untergebracht, wie der Sender ABC im Internet berichtete. Die Behörden ordneten am Sonntag die Evakuierung mehrerer kleiner Städte in der Umgebung von Wagga Wagga an. Der Jindabyne Damm sei zum ersten Mal seit seinem Bau übergelaufen. Die Städte Leeton, Narrandera und Griffin seien von der Umwelt abgeschlossen. Die Wassermassen im Murrumbidgee seien «ein Grund zur Sorge», sagte ein SES-Sprecher.

In Sydney mussten etwa 2000 Bewohner die Nacht in Notunterkünften zubringen. Am Sonntagmorgen kehrten sie wieder in ihre Häuser zurück. «Es hat über einen langen Zeitraum in einem bislang ungekannten Ausmaß geregnet», sagte der Leiter der Katastrophenschutz-Behörde von New South Wales (SES), Murray Kear, der Tageszeitung «Sydney Morning Herald» vom Wochenende. Seit dem Jahr 1886 habe es nicht mehr so stark geregnet, berichteten australische Medien.

Die Warragamba Talsperre westlich von Sydney, eines der größten Wasserreservoirs der Welt, fließt erstmals seit 14 Jahren über. Die Behörden erwarten, dass ein nahe gelegener Fluss in den nächsten 48 Stunden auf bis zu elf Meter anschwellen könne. In der Stadt Jingelic gaben die Behörden eine Hochwasserwarnung für den Murray-Fluss aus. Die Fünfmetermarke habe der Fluss bereits überschritten, sagte Pubbesitzer Ian Clarke. «Wir nehmen an, dass er bis auf etwa 7,8 Meter anschwellen wird», sagte Clarke den «ABC News». «Das heißt, das Hochwasser wird etwa vier Schritte vom Biergarten im Pub entfernt sein.»

Örtlich fiel binnen weniger Tage so viel Regen wie sonst in einem Jahr. Die Niederschläge folgten auf den kältesten und nassesten Sommer in Sydney in mehr als 50 Jahren, hieß es. Eine Entspannung der Lage wird erst für Montagmorgen erwartet, sagten Meteorologen.