In den ersten fünf Monaten dieses Jahres verloren 1233 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, das sind 8,7 Prozent mehr als von Januar bis Mai 2013. Die Zahl der Verletzten stieg um 13,1 Prozent auf rund 147 200.

Experten rätseln über die Ursache: Ein Grund könnte die Nutzung von Smartphones am Steuer sein. Vielleicht lenkt auch die Bordelektronik vom Fahren ab oder die Hektik im Verkehr ist gewachsen, weil es alle immer eiliger haben. Der Rückgang in den Jahrzehnten zuvor hing vor allem mit der Anschnallpflicht und sichereren Autos zusammen.

«Die Unfallforschung sollte diese kritische Lage nicht länger auf die leichte Schulter nehmen und jetzt den Ursachen auf den Grund gehen», forderte der Auto Club Europa. Nach Einschätzungen der Polizei spielten Smartphones und Infotainment-Angebote im Auto eine immer größere Rolle beim Unfallgeschehen.

Der ACE plädiert dafür, dass sich Geräte, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, während der Fahrt automatisch abschalten. «Lassen sich die Hersteller im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung nicht darauf ein, muss der Gesetzgeber für entsprechende Funktionsbeschränkungen sorgen.»

Allein im Mai 2014 gab es nach vorläufigen Ergebnissen 13 Tote mehr auf deutschen Straßen als im Mai 2013: 292 Menschen kamen so ums Leben, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Verletzten stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,0 Prozent auf rund 35 800.

Insgesamt nahm die Polizei im Mai rund 212 700 Verkehrsunfälle auf, eine Zunahme um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dabei erhöhte sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden (plus 11,9 Prozent auf 28 300) wesentlich stärker als die Fälle mit Sachschaden (plus 3,7 Prozent auf 184 400).

Vergleicht man die ersten fünf Monate beider Jahre, ist die Entwicklung noch deutlicher: 955 800 Verkehrsunfälle gab es insgesamt, ein Rückgang um 0,7 Prozent gegenüber Januar bis Mai 2013. Darunter waren rund 114 700 Unfälle mit Personenschaden (plus 14,4 Prozent) und 841 200 Unfälle mit Sachschaden (minus 2,4 Prozent).