Das berichtete der US-Nachrichtensender unter Berufung auf südkoreanische Offizielle. Die Ermittler werfen derweil weiteren Besatzungsmitgliedern Fahrlässigkeit vor. Gegen vier zusätzliche Crewmitglieder - darunter zwei leitende technische Offiziere - seien Haftbefehle erlassen worden, berichtete der Rundfunksender KBS.

Die Zahl der geborgenen Toten stieg bis zum späten Freitagabend (Ortszeit) auf 185 - die 48 Mädchen sind da noch nicht mitgezählt. Nur 174 der insgesamt 476 Menschen an Bord hatten bei der Katastrophe am 16. April gerettet werden können.

Die toten Mädchen hätten Schwimmwesten getragen, hieß es. Es sei zu vermuten, dass viele Fahrgäste in den Raum gerannt seien, als das Schiff kenterte. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig, weil die Sicht schlecht sei und herumschwimmende Gegenstände den Weg versperrten.

Die Ursache für das Kentern des Schiffs vor der Südwestküste Südkoreas ist weiter unklar. Die Ermittler gehen menschlichem Versagen wie auch möglichen technischen Fehlern nach. Ein Grund könnte sein, dass die etwa 3500 Tonnen schwere Ladung auf der Auto- und Personenfähre nicht richtig gesichert worden sei, berichtete der staatliche Sender Arirang. Die Fahrzeuge und Container könnten verrutscht sein, so dass das Schiff in Schieflage geriet.

Nach Angaben der Ermittler kenterte das Schiff an der Stelle, wo es seinen Kurs wechselte. Laut Arirang war vor dem Unglück auch ein Problem an der Steuerung festgestellt worden, ohne dass der Defekt behoben wurde.

Wenige Tage nach dem Unglück waren bereits der Kapitän, die dritte Offizierin und der Steuermann verhaftet worden. Sie sollen das sinkende Schiff im Stich gelassen haben. Den Berichten zufolge wurden bislang insgesamt elf Mitglieder der Besatzung festgenommen. Die jüngst verhafteten vier Crewmitglieder werden beschuldigt, ihre Verantwortung für den Schutz der Fahrgäste nicht erfüllt und damit den Tod vieler Passagiere - überwiegend Jugendliche auf einem Schulausflug - in Kauf genommen zu haben.

Dutzende von Angehörigen beschuldigtennach Berichten des südkoreanischen Fernsehens die Einsatzleitung, nicht alle verfügbaren Kräfte für die Bergungsaktion einzusetzen. Unter anderem verlangten sie, neben Tauchern der Küstenwache und Marine auch wieder zivile Taucher an der Suche zu beteiligen. Der Chef der Küstenwache habe zugesagt, den Forderungen nachzukommen, hieß es.