Der mutmaßliche Täter hat am Dienstag das dritte Tötungsdelikt gestanden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Ermittler schließen aber nicht aus, dass der 37-Jährige für weitere Taten verantwortlich sein könnte. Die Ermittlungen gingen weiter.

Der Verdächtige soll laut Staatsanwaltschaft zwischen Ende April und Mitte Mai nach dem selben Muster vorgegangen sein. Die Opfer wurden demnach zunächst mit Liquid Ecstasy - auch als K.o.»-Tropfen bekannt - betäubt. Dann soll der Angreifer den wehrlosen Männern, die er vorrangig in der Schwulenszene suchte, Kreditkarten, Geld und andere Wertgegenstände geraubt haben.

Der Verdächtige war am Samstag festgenommen worden, gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Dem Lehrer-Referendar, der in Brandenburg gearbeitet haben soll, waren bislang zwei Raubmorde und ein versuchter Raubmord zur Last gelegt worden. Nun wurde damit gerechnet, dass der Haftbefehl wegen des dritten Falls erweitert wird. Die Staatsanwaltschaft geht in allen Fällen von Heimtücke aus. Die Opfer seien arglos gewesen. Die Polizei war dem Mann mit Bildern aus einer Überwachungskamera auf die Spur gekommen.

Das erste Opfer war ein Bekannter des 37-Jährigen. Er starb hilflos in seiner Wohnung in der Holzmarktstraße in Mitte, nachdem der Täter ihm die gefährlichen Tropfen untergemischt und ihn ausgeraubt haben soll. Rund eine Woche später schlug der Giftmischer wieder zu. Er soll in einer Bar in Friedrichshain in einem abgedunkelten Nebenraum für Sexkontakte (Darkroom) einen 32 Jahre alten Gast mit der Droge vergiftet haben. Unklar war aber, ob er ihn auch erwürgte. Der Täter soll später mit der Kreditkarte des Toten versucht haben, ein Bahnticket nach Saarbrücken zu kaufen. Dort wohnte er, bevor er nach Berlin zog.

Eine halbe Stunde nach der Tat im Darkroom soll der mutmaßliche Täter am S-Bahnhof Warschauer Straße einem zufälligen Passanten ein mit Liquid Ecstasy versetztes Fläschchen angeboten haben, das Opfer trank arglos. Der Täter habe den wehrlosen Mann in eine Seitenstraße gelockt und ihm Geldbörse und Bargeld gestohlen. Der Mann hatte Glück im Unglück: Eine Passantin fand den hilflosen Mann und alarmierte die Rettungskräfte.

Nun räumte der mutmaßliche Mörder ein, auch am 15. Mai mit der Droge einen 41-Jährigen in Friedrichshain getötet zu haben. Der Tote wurde einen Tag später in seiner Wohnung in der Weserstraße entdeckt. Der Verdächtige soll ihn laut Staatsanwaltschaft über das Internet kennengelernt haben.

Laut Anklagebehörde wollte der mutmaßliche Täter zwar an Geld und Wertgegenstände seiner Opfer kommen. Er habe aber nicht aus wirtschaftlicher Not gehandelt. Es könnte noch ein anderes Tatmotiv dahinter stecken. Es gebe Hinweise, dass der Mann sich mit den Taten einen «gewissen Kick» verschaffen wollte, hieß es. Zuvor sei der Verdächtige nicht durch Straftaten aufgefallen. Laut «Berliner Morgenpost» soll der mutmaßliche Mörder auch selbst Drogen genommen haben.