Die Flammen schlugen bereits aus dem Dach, als die Helfer in der Nacht zum Donnerstag eintrafen. Anwohner in einem benachbarten Gebäude riefen um Hilfe, weil sie ihre Wohnungen wegen des Rauchs nicht mehr über die Haustür verlassen konnten. Sechs Menschen rettete die Feuerwehr über Leitern. Verletzt wurde niemand.

Ein Statiker sollte nach Angaben eines Feuerwehrsprechers im Lauf des Tages prüfen, ob die Kirche und ein angrenzendes Haus einsturzgefährdet ist. Erst dann können die Brandermittler nach der Ursache des Feuers suchen.

Das Dach des Gotteshauses wurde zerstört, der Innenraum lag am Tag danach voller verkohlter Holzbalken, Schutt und Asche. Orgel und Chorgestühl sind ebenso verbrannt.

Glück im Unglück hatte die Gemeinde dennoch: Die Kirche wurde seit kurzem saniert. Sämtliche Kunstgegenstände - allen voran die gotischen Fenster aus der Zeit um das Jahr 1400 - waren ausgebaut und für die Sanierung zu einer Spezialfirma nach München gebracht worden.

Im Zweiten Weltkrieg trafen die Kirche nur wenige Bomben. «Was der Krieg nicht geschafft hat, das hat jetzt das Feuer geschafft», sagte Kirchenmeister Walter Przibilla der Nachrichtenagentur dpa. Die jetzige 1,5 Millionen Euro teure Sanierung sollte die umfassendste der vergangenen 150 Jahre sein.