Am ersten Prozesstag wies der Sonderschullehrer alle Vorwürfe von sich und bezeichnete die Anschuldigungen als «pure Erfindungen». Der Anklage zufolge soll der Pädagoge von Herbst 2012 an und im Jahr 2013 in zehn Fällen insgesamt sechs Schüler im heutigen Alter von neun bis elf Jahren geschlagen, gekniffen, geschubst und an den Haaren gezogen haben.

Die Verhältnisse in der Grundschulklasse seien eine Herausforderung gewesen, sagte der 53-Jährige. Die Kinder stammten fast alle aus schwierigen häuslichen Verhältnissen; aggressives und unangemessenes Verhalten sei an der Tagesordnung gewesen. Dennoch sei in seiner fast 30-jährigen Zeit als Lehrer das Zufügen von Schmerz nie sein Mittel zur Erziehung gewesen. Seiner Ansicht nach ist der Prozess das Ergebnis einer Kampagne der Eltern der Kinder, die diese manipuliert hätten.

«Ich bin ihnen zu unbequem geworden, da ich erwarte, dass Eltern sich um ihre Kinder in diesem Alter kümmern», nannte er als möglichen Grund für die Anschuldigungen. Bereits vor einigen Monaten habe eine Mutter, die bei dem Prozess als Nebenklägerin auftritt, einer Zeitung erzählt, er habe ihre Tochter in den Schritt gefasst. Diese Aussage habe sie jedoch wenig später wieder zurückgenommen.

«Ich habe ein gewisses Verständnis für Sie», sagte die zuständige Staatsanwältin. Sie bezweifele nach seinen Beschreibungen aber, dass ein vollkommen gewaltfreier Umgang bei solchen Schülern möglich gewesen ist. «Wenn Sie einen bockigen Schüler vor die Tür begleiten müssen, dann geht das doch gar nicht ohne Gewalt.» Der Angeklagte verneinte diese Aussage vehement, seiner Ansicht nach sei Gewalt bei so kleinen Kindern niemals nötig.

Insgesamt sagen 23 Zeugen bei dem Prozess aus. Das Urteil wird Mitte Juni erwartet.