Der rund 60 Meter hohe Glockenturm brannte komplett aus. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei in Kempten niemand.

Ursache für den Brand am Donnerstagabend war vermutlich ein Blitzeinschlag. Die Kirchturmuhr blieb um kurz nach halb sechs stehen. Erst nach Mitternacht konnte die Feuerwehr die Flammen löschen. Statiker prüften, ob die Kirche einsturzgefährdet ist. Erst danach konnten Brandermittler mit ihren Untersuchungen beginnen.

Mehr als 200 Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Polizisten hatten stundenlang versucht, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Starker Wind und Schneetreiben erschwerten die Löscharbeiten. Sturm ließ viele Funken fliegen. Aus den Gebäuden rund um das Gotteshaus im Kern des 1000-Einwohner-Ortes im Ostallgäu wurden 15 Menschen in Sicherheit gebracht. Auch Tiere aus einem nahe gelegenen Bauernhof kamen an anderen Orten unter.

Viele Einwohner der Gemeinde sahen sich die dramatische Löschaktion an und bangten um ihre Kirche. Der Großteil der Trümmer von der Turmspitze fiel nach Augenzeugenberichten mit ohrenbetäubendem Lärm auf den Friedhof der Kirche. «Es wäre dramatisch gewesen, wenn die Spitze in die andere Richtung gefallen wäre, denn dann hätte sie das Kirchenschiff zerstört», sagte der Polizeichef von Marktoberdorf, Alfred Immerz. Nach ersten Erkenntnissen wurde das Kirchenschiff nicht beschädigt.

Die katholische Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus wurde nach Angaben der Gemeinde Wald 1397 erstmals urkundlich erwähnt und ist seit 1426 Pfarrkirche. Der Innenraum ist im barocken Stil ausgestattet. In ersten Schätzungen war von einem Schaden in mindestens sechsstelliger Höhe die Rede. Genaue Zahlen gab es aber zunächst nicht.