Die 60-Jährige soll ihren Sohn und einen 79 Jahre alten Bekannten in den 90er Jahren zum Mord angehalten haben. Da fraglich ist, ob der Rentner verhandlungsfähig ist, wurde dessen Verfahren überraschend zum Prozessauftakt abgetrennt.

Die Leiche der jungen Frau aus Leegebruch in Brandenburg ist bis heute verschwunden. Auch eine erneute Suche vor wenigen Tagen mit speziellen Suchhunden in einem Waldstück blieb nach Angaben einer Sprecherin des Landgerichts Neuruppin erfolglos.

Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben sie die 17-Jährige «heimtückisch und aus Habgier» getötet. Laut Anklage haben die Männer das Mädchen am 3. Juli 1997 nach einer Schwangerschaftsuntersuchung im Krankenhaus Hennigsdorf unter einem Vorwand ins Auto gelockt. Dann sind sie, so der Vorwurf, in ein Waldstück gefahren. Der auf der Rückbank sitzende Senior soll die Schwangere von hinten erdrosselt haben.

Dafür hat der Mann laut Anklage umgerechnet knapp 1800 Euro von der Mutter des heute 34-Jährigen erhalten. Sie soll hinter dem Mord stecken, weil sie Unterhaltsansprüche gegen den Sohn abwenden wollte, so der Vorwurf.

Die Polizei hatte den Fall auch mit Hilfe der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY...ungelöst» im vergangenen Jahr noch einmal aufgerollt. Dabei hatte sich der Verdacht gegen das Trio erhärtet, das bereits seit Jahren im Visier der Ermittler stand. Sie kamen in Untersuchungshaft.

Eltern und Geschwister des Opfers treten im Prozess als Nebenkläger auf. Der Vater (58) berichtete zum Prozessauftakt von der ergebnislosen Suche nach seiner Tochter. Die Familie hatte auch einen Privatdetektiv eingeschaltet.

Weil der beschuldigte Ex-Freund zum Tatzeitpunkt ebenfalls noch im jugendlichen Alter war, wird der Fall bei der Großen Jugendkammer verhandelt. Es sind zunächst insgesamt zwölf Prozesstage bis zum 15. August mit 29 Zeugen geplant. Der Prozess soll am 16. Mai fortgesetzt werden.