Die Todesopfer waren laut Polizei Verwandte und wurden alle im Schlaf überrascht. Auch die Ehefrau des Täters wurde lebensgefährlich verletzt und wird in einer Belgrader Klinik behandelt. Der Amokläufer versuchte schließlich sich selbst umzubringen. Er liegt ebenfalls im Krankenhaus.

Über das Motiv des von Nachbarn als friedfertig und konfliktscheu bezeichneten Mannes könnten noch keine Angaben gemacht werden, sagte Polizeidirektor Milorad Veljovic am Tatort, der 40 Kilometer entfernt von der serbischen Hauptstadt liegt. Der Schütze sei bisher weder strafrechtlich noch psychiatrisch in Erscheinung getreten. Allerdings habe er 1991 im Bürgerkrieg im benachbarten Kroatien gekämpft. Unklar blieb, ob die Bluttat möglicherweise mit diesen Kriegserlebnissen zusammenhängt. Vor einem Jahr hatte der Mann seine Arbeit verloren. Die Waffe besaß er legal seit 1981.

Die serbische Regierung kam in Belgrad zu einer Sondersitzung zusammen und ordnete für Mittwoch Staatstrauer an. Es handle sich «um das schwerste Verbrechen, das Serbien in den letzten Jahren, vielleicht in mehr als einem Jahrzehnt, getroffen hat», sagte der serbische Regierungschef Ivica Dacic.

Der Mann tötete um 04.30 Uhr mit einer Pistole zuerst seinen 42 Jahre alten Sohn durch einen Kopfschuss. Als seine Ehefrau die Polizei informierte, wurde sie während des Telefonats angeschossen. Anschließend drang der Mann in vier benachbarte Häuser ein, tötete zwölf weitere Menschen. Unter ihnen war auch seine Mutter.

«Viele unserer Kriegsteilnehmer erhalten nicht die passende Fürsorge, so dass man solche Dinge erwarten kann», sagte der Psychologe Vlajko Panovic vom Belgrader Militärhospital der Nachrichtenagentur Beta. «Wir haben nach 30 Jahren Fälle, dass ein Mann das Öffnen einer Sektflasche mit Schüssen zusammenbringt, was eine Kette von Assoziationen in Gang setzt», so Panovic. Dies könne in Tragödien enden.

Der Amoklauf erinnert an einen Fall aus dem Jahr 2007: Bei Negotin in Ostserbien erschoss ein 39-Jähriger damals mit seinem Jagdgewehr neun Menschen. Der Täter war zuvor viele Jahre lang in psychiatrischer Behandlung gewesen.