Der Konzern kauft die Firma Flurry aus San Francisco, die sich auf die Auswertung von App-Daten für Marketingzwecke spezialisiert hat. Flurry kann nach eigenen Angaben die Aktivitäten in mehr als 540 000 Apps verfolgen. Ein Ziel ist, die eingeblendete Werbung besser zu personalisieren. Außerdem liefert Flurry App-Entwicklern Informationen darüber, wie gut ihre Anwendungen funktionieren und bei den Nutzern

Yahoo verkündete den Kauf am Montag, ohne einen Preis zu nennen. Das «Wall Street Journal» bezifferte die Summe unter Berufung auf eine eingeweihte Person auf mehr als 200 Millionen Dollar (148 Mio Euro). Dies wäre einer der teuersten Zukäufe von Mayer, die Yahoo seit zwei Jahren führt. Im Technologieblog «Techcrunch» war von 200 bis 300 Millionen Dollar die Rede. In den vergangenen Monaten war auch über einen möglichen Börsengang der 2005 gegründeten Firma spekuliert worden.

Yahoo leidet unter schrumpfenden Werbeeinnahmen aus grafischen Werbeanzeigen, sogenannten Bannern. Das stark wachsende mobile Geschäft gilt als Hoffnungsträger für den Konzern. Das Urgestein der Branche muss sich gegen Schwergewichte der Branche wie Google und Facebook durchsetzen. Mayer sprach jüngst von 450 Millionen Nutzern von Yahoo-Diensten auf Smartphones und Tablets. Sie kaufte bereits diverse Startups im Mobil-Bereich.

Mit Flurry könnte Yahoo versuchen, eine Plattform mit Rundum-Service für App-Entwickler aufzubauen. Im Geschäft mit solchen Auswertungsdiensten für Anwendungen gibt es einige Bewegung. So kaufte Facebook die Firma Onavo. Apple will mit der Auffrischung seiner Betriebssysteme im Herbst die hauseigenen Analyse-Funktionen verbessern.