«Die einfachste Ablenkung liegt ja darin, dass man ständig das Schreiben unterbrechen und seine E-Mails überprüfen kann. Oder einfach im Internet was nachgucken.» Er kenne Autoren, die das Programm «freedom» benutzten, bei dem man zehn Euro zahle und bestimme, wie lange man vom Web getrennt werde. «Man zahlt jetzt schon Geld dafür, dass einem der Zugang beschränkt wird.»

Kehlmann pflegt auch eine Liebe zu Computerspielen. Vor zehn Jahre habe er «zum Beispiel fünf Teile "Tomb Raider" von Anfang bis Ende durchgespielt», vor zwei Jahren habe er dann "Grand Theft Auto" ausprobiert. «Der Reichtum dieser künstlichen Welt ist faszinierend. Aber ich habe dann auch gemerkt, das ist schon eine Alterserscheinung, ich komme mit der Playstation-Steuerung nicht zurecht. Ich bin noch die Joystick-Generation.» Zurzeit ist er nostalgisch: «Ich habe jetzt wieder eine Tetris-App fürs iPad.»