Amazon füllt damit eine Lücke für seine Kunden. Der Konzern bietet online unter anderem Filme und TV-Serien sowie Musik an, die jetzt bequemer als bisher auf Fernseher und Hifi-Anlagen gebracht werden können.

Unter anderem ist ein Video-Angebot in Amazons Prime-Service für aktuell knapp 50 Euro pro Jahr inbegriffen. Bisher musste man die Inhalte von Amazons Kindle-Fire-Tablets oder aus Apps auf mobilen Geräten anderer Anbieter über zusätzliche Technik übertragen.

Über eine Settop-Box von Amazon wurde schon lange spekuliert. Der Preis fiel mit 99 Dollar jedoch deutlich höher aus als von vielen Branchenbeobachtern und Fachmedien erwartet.

Das Amazon-Gerät spielt damit in einer Preisliga mit dem ähnlichen Apple TV. Der Online-Händler ist eigentlich dafür bekannt, die Geräte praktisch zum Selbstkostenpreis zu verkaufen. Fire TV ist diesmal aber teurer als einige Konkurrenz-Geräte. So kostet der Funk-Stick Chromecast von Google, der ebenfalls Video aus dem Netz auf den Fernseher bringt, 35 Dollar bzw. 35 Euro in Europa.

Neben Amazon-Inhalten sind auch andere Inhalte-Anbieter wie Disney oder die Online-Videothek Netflix an Bord. Der Abo-Kanal HBO fehlt aber.

Das kleine flache Kästchen habe deutlich mehr Rechenleistung als Konkurrenzgeräte wie das Apple TV oder die Box der Firma Roku, sagte der zuständige Amazon-Manager Peter Larsen am Mittwoch in New York. Die Bedienung soll durch Sprachsteuerung vereinfacht werden. Wenn Musik abgespielt wird, können synchron Liedtexte auf dem Bildschirm eingeblendet werden. Für Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren gibt es einen separaten Abo-Bereich.

Eine weitere Funktion sind Spiele. Für knapp 40 Dollar zusätzlich gibt es einen Controller für die Steuerung wie bei Konsolen oder für den PC. Es seien rund 1000 kostenlose Spiele im Angebot, hieß es. Die technische Ausstattung von Fire TV soll auch technisch aufwendige Spiele reibungslos laufen lassen.

Amerikanische Fachjournalisten hoben nach ersten Test hervor, das Gerät sei sehr schnell. Die Grafik bei Computerspielen sei allerdings nicht mit der von aktuellen Spielekonsolen wie der Playstation 4 oder der Xbox One vergleichbar. Auf den Kurs der Amazon-Aktie hatte die Produktvorstellung praktisch keinen Einfluss.