Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) ergab ein Potenzial von 39 Milliarden Euro an jährlichen Einsparungen und Effizienzgewinnen. Weitere rund 17 Milliarden Euro könnten demnach die Wachstumsimpulse wert sein, die von der Infrastruktur intelligenter Netze ausgehen. Der geschätzte Nutzen für die Gesamtwirtschaft sei ab dem fünften Jahr nach Beginn der Arbeiten für die Umstellung der Infrastruktur im Gesundheitswesen, bei der Energieversorgung sowie in Verkehr, Bildung und Verwaltung zu erwarten. «Im Energiebereich wird das sehr schnell kommen», sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Donnerstag vor Journalisten in Berlin.

Den größten Nutzen sieht die Studie bei der Vernetzung von Datenströmen im Gesundheitswesen - hier werden 12,2 Milliarden Euro veranschlagt. Danach folgen Energie (10,7 Mrd), Verkehr (10,0 Mrd), Verwaltung (5,2 Mrd) und Bildung (5,0 Mrd). Hinzu kommen netzübergreifende Vorteile. Die Schätzungen beruhen auf der Hochrechnungen von Erfahrungen in anderen Ländern wie zum Beispiel Dänemark.

Allein die Vermeidung von Staus durch eine intelligente Verkehrssteuerung könnte nach den Erkenntnissen von Fraunhofer ISI 4,4 Milliarden Euro jährlich einsparen. Zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung sagte Kempf: «Es ist offenkundig, was wir erreichen könnten, wenn wir weg kämen von einer vertikalen Betrachung zu einer Netzbetrachtung.» Allerdings sei Deutschland bislang in keinem Bereich bislang besonders weit. Da biete sich der IT-Gipfel als hervorragende Möglichkeit an, Politik und Öffentlichkeit zu einer beschleunigten Umsetzung dieser Themen zu drängen.