Nachdem sich herausgestellt hatte, dass mit diesem Thema so schnell keine Meriten zu verdienen sind, wurde es im Umkreis der Kanzlerin in puncto Klimaschutz ziemlich ruhig.

Wieder einmal trifft sie damit die Stimmung der Deutschen recht gut. Die sind nämlich von dem Hickhack um Kohlendioxid-Ausstoß, Emissionshandel und Anstieg des Meeresspiegels nur noch genervt. Wenn etwas lange genug zerredet wird, verliert auch die größte Bedrohung irgendwann ihre Schrecken und der Bürger das Interesse. Dann überlässt man das Thema gerne Politikern der zweiten und dritten Garnitur.

Damit öffnet man allerdings Lobbyisten aller Art erst recht Tür und Tor. Und eine vernünftige Lösung wird noch unwahrscheinlicher. Wen wundert's, dass dann bei der Klimakonferenz in Doha einmal mehr nur Formelkompromisse herausgekommen sind?

Dass sich die deutsche Regierung jetzt hinstellt und dies bedauert, gehört in die Sparte politisches Theater. Schließlich sitzen die Bremser in den eigenen Reihen. Das Wirtschaftsministerium hat als Sachwalter kurzfristiger Industrie-Interessen ambitioniertere Klimaziele der EU hintertrieben. Hätte Deutschland sich auf EU-Ebene für den Klimaschutz genauso eingesetzt wie für Bankenrettung und Fiskalpakt, die Ausgangslage wäre eine andere gewesen. Und dann wohl auch das Ergebnis.

Die Aufregung über das magere Ergebnis wird sich jedoch in Grenzen halten. Die richtig gravierenden Folgen werden uns schließlich erst in ein paar Jahrzehnten treffen. Bis dahin ist es noch lange hin. Und: nach uns die Sintflut.