Weil sie ihre Nichte unter einem Vorwand nach Deutschland lockte und zur Prostitution zwang, muss eine 50-Jährige für zweieinhalb Jahre in Haft.

Die Frau war am Dienstag nicht zu einer Berufungsverhandlung vor dem Erfurter Landgericht erschienen. Deshalb wurde nun eine frühere Verurteilung rechtskräftig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Frau 2011 ihre damals 19 Jahre alte Nichte aus Südostasien nach Deutschland holte. Sie hatte der jüngeren Frau eine Stelle als Kindermädchen in Aussicht gestellt. Tatsächlich musste die Nichte aber in einem "Massage-Tempel" als Prostituierte arbeiten. Zudem soll sie von ihrer Tante und ihrem Ex-Partner zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen worden sein.

Auch der 42 Jahre alte Ex-Partner war in erster Instanz zu zweieinhalb Jahren Haft wegen schweren Menschenhandels und Zuhälterei verurteilt worden. Für ihn geht der Berufungsprozess allerdings weiter.