Nachtaktive und alle, die ein paar Wünsche offen haben, sollten die kommenden Nächte auf dem Balkon oder der Terrasse verbringen: Denn Sternschnuppen verzaubern unsere Nächte im April.

Der jeden Frühling auftretende Meteorstrom der Lyriden zieht wieder über den Himmel.

Lyriden-Maximum: Wann sieht man die Sternschnuppen am besten?

Meist sternenklarer Himmel ermöglicht in den kommenden Nächten freie Sicht auf die Sternschnuppen der Lyriden. "Alle zwei Minuten könnte man eine Sternschnuppe sehen", erklärte Ulrich Köhler vom "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)".

Einen meist wolkenfreien Himmel über Deutschland prognostizierte ein Meteorologe des "Deutschen Wetterdienstes (DWD)" für die kommenden Nächte. Nur im Süden und Südwesten gebe es teilweise eine Wolkendecke, die Sternschnuppen könnten dennoch gut beobachtet werden, so der Sprecher.

Viele Experten erwarten das Sternschnuppen-Maximum am 22. April 2020. Insgesamt sind die Lyriden bis zum 25. April dieses Jahr zu sehen - danach ist erst einmal Pause mit magischen Sternschnuppen-Nächten.

Lyriden: So schnell fliegen die Sternschnuppen

Bei den Lyriden handelt es sich um besonders schnelle Sternschnuppen. Die Meteoren fliegen mit einer Geschwindigkeit um die 50 Kilometer pro Sekunde über den Nachthimmel. Das sind 180.000 Kilometer pro Stunde. Umgerechnet auf die Entfernung vom Mond zur Erde, würde eine Reise bei der Geschwindigkeit lediglich zwei Stunden dauern.

Wenn die Meteoren in die Erdatmosphäre eindringen verglühen sie und bringen so die Luft zum Leuchten, was von der Erde aus als ein schneller Lichtschweif am Himmel zu sehen ist.

Schwaches Mondlicht erhöht Chancen auf Sternschnuppen

Hobbyastronomen und Nachtschwärmer haben dieses Jahr besonders Glück. Der nahende Neumond zwei Tage später und damit schwächeres Licht, lassen eine gute Sicht auf die Leuchtstreifen zu. Die Erde durchquere um diese Zeit den Schweif eines Kometen. Dieser sei 1861 im Sonnensystem entdeckt worden. "Jedes Jahr so am 21., 22., 23. durchquert die Erde den Rest dieses Kometenschweifs", so Köhler. Dabei kämen Staubpartikel in die Erdatmosphäre. Durch das Auftreffen verglühten die Partikel und Sternschnuppen seien sichtbar.

Der Astronom empfiehlt das Beobachten von erhöhten Punkten, in einem Park oder außerhalb der Stadt, da dort weniger Streulicht von Stadtlichtern die Sicht auf die Sternschnuppen erschwere. Ein dunkler Beobachtungspunkt ein Blick in den nördlichen Sternenhimmel sind also die besten Voraussetzungen.