Blutiger Auswurf, pfeifende Atmung, hartnäckiger Husten, Heiserkeit oder Schwellungen im Gesicht: Derartige Beschwerden könnten auf ein Lungenkarzinom hindeuten. Könnten! Es muss nicht bedeuten, dass der Betroffene an einer Tumorerkrankung leidet - möglicherweise steckt eine chronische Bronchitis oder Lungenentzündung dahinter. Auch sonst gibt es im Kontext mit unserem Atemorgan diverse Probleme, vor allem machen vielen Menschen verstärkt Allergien und Asthma zu schaffen. Deshalb widmet diese Zeitung dem Thema Lungenerkrankungen eine Telefonaktion.


Zwei Experten am Redaktionstelefon

Am Dienstag, 8. Mai, werden von 17 bis 18.30 Uhr zwei Experten unseren Lesern Rede und Antwort stehen: Dr. Saleh Al Hamoud und Dr. Mohammed Saladin Maktabi. Al Hamoud ist Chefarzt der Klinik für Erkrankungen der Atmungsorgane, Allergologie, Umweltmedizin und Schlafmedizin am Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg, außerdem Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Schlafmedizin und Medikamentöse Tumortherapie. Maktabi hat seit Jahrzehnten eine Praxis in Bamberg als niedergelassener Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Umweltmedizin.


Direkte Durchwahlen

Dr. med. Saleh Al Hamoud steht bei unserer Telefonaktion am 8. Mai 2018 von 17 bis 18.30 Uhr unter der Durchwahl 0951/188-221 für Leserfragen zur Verfügung.
Dr. med. Mohammed Saladin Maktabi ist bei unserer Telefonaktion am 8. Mai 2018 von 17 bis 18.30 Uhr für unsere Leser unter der Durchwahl 0951/188-226 zu erreichen.


Schuld ist meistens das Rauchen

Bei der Telefonaktion können unsere Leser den Experten alle Fragen aus den Bereichen Lungenerkrankungen stellen: Ob Asthma, Lungenkrebs oder COPD. Letztere bezeichnet als Sammelbegriff eine Gruppe von Krankheiten der Lunge, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot (AHA) gekennzeichnet sind. Die Erkrankungen werden vor allem durch Rauchen verursacht und sind fortschreitend. COPD ist weltweit mit etwa 210 Millionen Betroffenen eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. In Deutschland (6,8 Millionen Betroffene) gilt die "chronisch obstruktive Lungenerkrankung" inzwischen als die Volkskrankheit mit der höchsten Steigerungsrate. 15 bis 20 Prozent der COPD-Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz. Nur zehn Prozent aller COPD-Patienten sind Nichtraucher.


Asthma ist eine Volkskrankheit

Auch Asthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Sie kommt bei etwa zehn Prozent der kindlichen und fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland vor. "Hier handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch eine bronchiale Überempfindlichkeit mit Bronchienverengung charakterisiert ist. Die Schleimhäute der Bronchien bilden sehr viel zähen Schleim und schwellen an. Im Gegensatz zur COPD ist diese Bronchienverengung allerdings reversibel", erklären Al Hamoud und Maktabi.


Veränderte Lebensumstände führen zu Asthma

Die Zunahme von Asthma stehe in engem Zusammenhang mit den veränderten Lebensumständen in der modernen Gesellschaft. "Beispielsweise ist hier die erhöhte Schadstoffkonzentration in der Luft vor allem in städtischen und industriellen Ballungsräumen zu nennen", sagen die Experten. Weitere Faktoren für Veränderungsprozesse in der Lunge könnten neue Bauweisen mit verstärkt gedämmten Räumen sein sowie die vermehrte Haltung von Tieren im Wohnbereich.
Asthma und COPD seien echte Volkskrankheiten. "Allerdings handelt es sich um zwei völlig verschiedene Krankheitsbilder, die sich in Ursachen, Verlauf und Prognose unterscheiden. Sie haben ähnliche Symptome wie Luftnot", sagen Al Hamoud und Maktabi. "Eine genaue Diagnose ist daher außerordentlich wichtig."


Ungünstige Prognose

Zu den Spezialgebieten der beiden Ärzte gehört auch die Behandlung von Lungenkrebs, einer der häufigsten bösartigen und prognostisch ungünstigen Krebserkrankungen in Deutschland. Etwa 35 000 Männer und 20 000 Frauen erkranken jährlich an Lungenkrebs. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Frauen rund 21, bei Männern 16 Prozent.
"Lungenkrebs wird meistens durch Rauchen verursacht", sagen Al Hamoud und Maktabi. Doch auch Asbest, Schadstoffe und andere Einflüsse können gefährlich sein. Darüber hinaus gelten verschiedene Substanzen, die am Arbeitsplatz oder durch eine hohe Schadstoffbelastung der Luft eingeatmet werden, als Risikofaktoren.