In der nächsten Saison verbindet der "Windsbacher Knabenchor" Tradition und Moderne. Neben einem Programmschwerpunkte mit Werken von Johann Sebastian Bach, seiner Weggefährten und seiner Familie nehmen die Windsbacher aber auch "für Knabenchor machbare" moderne Stücke in das Repertoire auf, sagte Chorleiter Martin Lehmann am Dienstag in Nürnberg bei der Vorstellung des neuen Programms.

Mit Kompositionen des Litauers Vytautas Miskinis oder des Schweden Jan Sandström wolle er seine eigene Handschrift zeigen "und die Windsbacher neu ins Ohr des Publikums bringen", sagt Lehmann. Seit Februar leitet er den renommierten Knabenchor.

Auch in der neuen Saison sind die Windsbacher in fränkischen Dorfkirchen ebenso zu hören wie in großen Konzertsälen. Auslandskonzerte stehen in Amsterdam, Madrid oder Barcelona auf dem Programm. Eine besondere Zusammenarbeit plant der Chor mit dem Harfenisten Xavier de Maistro, der die jungen Sänger zu Benjamin Brittens "A Ceremony of Carols" und altenglischen Liedern begleiten wird.

Die Verantwortlichen des evangelischen "Windsbacher Knabenchors" bemühen sich weiter um talentierten Nachwuchs. Wie Lehmann sagte, stelle man aber ein mehr und mehr abnehmendes kirchliches Zugehörigkeitsgefühl fest. Zudem würde in immer weniger Familien in Deutschland gesungen. Mit den neu aufgenommenen Buben müsste der Chor eine intensive musikalische Aufbauarbeit machen. Der Chor werde in Zukunft intensiv mit der Erziehungs-Wissenschaftlichen Fakultät in Erlangen und den musikalischen Grundschulen in Mittelfranken zusammenarbeiten, berichtete Lehmann.

Wie der Dirigent weiter sagte, seien er und seine 119 Chorsänger in ihrem ersten gemeinsamen halben Jahr gut zusammengewachsen. "Die Choristen sind leistungsbereit und offen", lobte Lehmann die Jungen, darunter 21 Neuzugänge. Nach einer selbstverständlichen Phase "der Tränen und der Trauer" um seinen langjährigen Vorgänger Karl-Friedrich Beringer seien er und der Chor zu einem Team geworden. epd/dpa