Man legt sie ein und hört sofort: Eine typische Buck. Dem ann schmeggd die Subbm widdä ned, der ander soll rieng, wos seiner Freundin bassd, und der nächsd waaß nimmer, wunnern der kubf schdehd. Typisch Buck eben. Frängisch, ironisch, querdenkerisch, philosophisch. Für seine neue CD "Genau underm Himml" (ab 25. Oktober im Handel) hat der Liedermacher aus Walsdorf im Landkreis Bamberg wieder mitten hineingeschaut - in Köpfe und Herzen, in Leben, Land und Leute.

Aber nicht nur die Texte sind typisch. Auch Gesang, Melodien, Arrangements und der Wechsel zwischen knackigeren Nummern und Balladen folgen dem Muster früherer CDs und Programme. Alles irgendwie schon mal gehört, wenn man die Kunst des Liedermachers seit Jahrzehnten kennt - dieser Eindruck drängt sich bei den ersten Nummern auf. Doch Bekanntes muss nicht schlecht sein. Also die ganze CD noch einmal abgespielt und, tatsächlich, jetzt kommt's rüber. Buck ist wieder da.

Das ist gut. Aber nicht selbstverständlich: Buck, der seinen Beruf als evangelischer Pfarrer an den Nagel gehängt und sich ganz der Musik verschrieben hat, war schwer krank. Es hatte den Liedermacher aus dem Bamberger Land voll erwischt - Depressionen, Burnout, Erschöpfung. Er, der das Leben in seiner Musik so genau hinterfragt, wusste plötzlich nicht mehr weiter. Mit seiner Krankheit ging er offensiv um, weil er wusste: Vielen Menschen ging oder geht es so wie ihm. Ihnen wollte er Mut machen und zeigen, dass man ein Tief überwinden kann - und auch die Krankheit: Seit einem Jahr ist Buck wieder gesund.

"Pur" ohne Gastmusiker

Doch keine Sorge, die Songs der neuen CD sind aufgrund Bucks jüngster Erfahrungen nicht durchgängig schwermütig. Es wird wieder philosophiert, klar, aber es geht auch lustig zu. Seine - wie er sie selbst bezeichnet - "gut aufgelegte Band" hat 14 neue Songs im Studio gemeinsam eingespielt, plus zwei bereits veröffentlichte. "Diesmal komplett ohne Gastmusiker", sagt Buck, "sondern so pur, wie man die Songs dann auch live auf der Bühne hören wird."

Die Songs. Sie thematisieren: Essen zum Beispiel. Ohne geht's ja nicht, schon gar nicht im Braten-lastigen Franken. Also soll der Bu gfälligst essen, damit er groß wird. Aber, logisch, ihm schmeggds ned. Und des, wo die Leud im Urwald sterben, weil sie nix zum Essen haben! Bloß dähamm biegt sich der Tisch. Aber nein, nochmal, Dir schmeggds ned. Was is'n' des für a Einstellung!? Kein Problem mit dem kulinarischen Genuss ist da in der Ode auf Schweinebraten und heimisches Bier zu erkennen. Des wird 'neighaut, Herrschaften! Sin' doch schließlich in Franken, sin' do dähamm, sin' auf "Des vom Schweinebrodn" geeicht. Also, ' nei damit. Die Moral von dera Gschichd? "O Mann, bin iech vull." Aber: Ihm hat's wenigstens gschmeggd.

Und so geht's weiter in Buck'scher Manier. Da wird sich fier den Rodschlooch bedankt, den man eigentlich gar nicht bräuchte (fetzig und radiotauglich). Es wird übers Glügg philosophiert und darüber, dass man sich immer bloß schiggn soll. Wozu bloß? Buck spart auch nicht mit hintersinniger Kritik an Politik und Arbeitswelt. "Und wenn dei chef sachd, sorry mier braung sie nimmer, wenn sie fodd sin, sin alle froh" - was dann? "Dudined oh dudined oh", singt er. Wem's gelingt ...

Was auf der neuen CD noch so vorkommt: Eine zerrupfte Möwe, flüsternde Wolken aus Zuckerwatte, 13 Schnäpse, Eppelein von Gailingen, ein Minenfeld und ein wunderbarer Flecken. An dem kann man mit seiner großen Liebe Rücken an Rücken, na, wo wohl?, sitzen. Richtig, "genau underm himml."

Konzerte

Die gleichnamige CD ist seit 25. Oktober in den Läden. Live zu hören sind die neuen Lieder bei Konzerten am 10. November in Ansbach und und am 11. November im Bamberger Live-Club (20 Uhr). Dann wird Buck (Gesang, Gitarre, Mandoline) samt seiner Band auf der Bühne stehen. Alsda wären: Steff Hänisch (Schlagzeug, Cajon), Felix Lauschus (Trompete, Gesang, Mundharmonika, Percussions), Oliver Saar (Saxophon, Gesang, Tin Whistle), Rupert Schellenberger (Keyboards) und Michael Schmidt (Bass, Gesang, E-Gitarre). In Bucks Tourplan (Termine und weitere Infos unter www.wolfgang-buck.de) stehen viele weitere Konzerte, bei denen er größtenteils solo auftritt. "Aber auch da werde ich mein neues Programm spielen", verspricht er.

Parallel läuft Buck auch auf anderen Kanälen: Im Fernsehen. Am Samstag, 27. Oktober, zeigt das Bayerische Fernsehen um 20.15 Uhr den ARD-Krimi "Bamberger Reiter". Zu dem Film hat Buck zwei Songs beigesteuert und eingesungen. Um 21.45 Uhr ist am Samstag das "Making-of" des Films zu sehen. In die Songs kann man unter www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/inhalt/film-und-serie/bamberge-reiter-eine-musikalische-annaeherung100.html schon mal 'reinhören. Weiteren Stoff für Fans gibt es am 2. November: Im Regionalprogramm von Sat 1 Bayern ist um 17.30 Uhr die TV-Doku "Wolfgang Buck - Des Glügg" zu sehen. Bis dahin: Dudined oh. Des wädd scho alles.