Der E-Bass spielte im Rock 'n' Roll und im Beat der frühen und mittleren 60er Jahre eine mehr als stiefmütterliche Rolle: nötige Begleitung eben für den Mann im Hintergrund. Bis ein Virtuose kam und dieses Instrument emanzipierte: Jack Bruce. Das war kein Zufall. 1943 in Schottland geboren, interessierte sich der Musiker zunächst für klassische Musik und Jazz, bis er in die britische Bluesszene der Mittsechziger einstieg. Er spielte zunächst bei John Mayall und Manfred Mann, bevor er 1966 zusammen mit Eric Clapton und Ginger Baker die Supergruppe bildete, mit der er in die Rock-Annalen einging. Für Cream komponierte er Stücke wie "Sunshine Of Your Love", "White Room" oder "Politician" - die Texte stammten vom Beat-Poeten Peter Brown - und baute in endlosen Improvisationen sein Bass-Spiel als Gegengewicht zu Claptons Soli und Bakers Polyrhythmen aus. Das war ein gewaltiger Schritt hin zum Jazz, und Jazzmusiker horchten auch gewaltig auf. Als Cream auseinandergebrochen war, ließ es Bruce entspannt angehen. Er spielte bei "West, Bruce & Laing" und mit diversen Musikern bei etlichen Projekten; die Verrücktheiten des Business mied er. Am vergangenen Samstag ist der geniale Bassist einem längeren Leiden erlegen.