Und wieder hat ein Frankentatort einen Fall nur vorgetäuscht. Wie schon im ersten fränkischen Krimi aus der Kultreihe wurde der Zuschauer mehr oder weniger an der Nase herumgeführt, man hat sich sogar gesteigert. Damals waren es Raketen und die Universität, die am Ende völlig unerheblich waren. Aber immerhin war es damals der gleiche Fall. Dieses Mal ist es ein ganz anderer Fall, der vor den Augen des Zuschauers etwas desinteressiert abgespult wird und mit dem Ende des Tatorts, dem eigentlich interessanten Fall, überhaupt nichts zu tun hat.

Eine tote Wirtin, erwürgt von ihrem Mann. Leider lässt sich dieses potemkinsche Dorf eines Falls, das allzu viel Platz in der ersten Hälfte des Tatorts einnimmt, in einem Satz zusammenfassen. Diese Sendezeit hätte man sich sparen können und sich mehr als nur halbherzig um den Mordfall an der Würzburger Anatomie kümmern können.

Vielleicht liegt es in der Grundstruktur, dass die Kommissare nun mal in Nürnberg sitzen und eigentlich gar nichts in Würzburg zu suchen haben. Daher muss man sich wohl einen Alibi-Fall zusammenschustern, der als Aufhänger dient. Wenn das schon so sein muss, dann aber bitte mit weniger Zeitaufwand.

Wenn dann noch der "Fall" der Frau mit dem erfundenen Sohn hinzukommt, der dem Ganzen wohl so etwas wie Tiefe verleihen soll, fragt man sich endgültig, welche Hybris die Autoren gepackt hat. Es hätte einfach ein Krimi werden können, am Versuch, wie eine Fuselrolle durch das Handbuch möglicher Krimiplots zu marodieren, ist der Tatort "Das Recht, sich zu sorgen", grandios gescheitert.

Am Ende bleiben traurig blickende Menschen und Kommissare, die weiterhin seltsam distanziert und fremd bleiben, trotz einiger holpriger Versuche pseudo-tiefsinniger Dialoge. Schade. Aber aller guten Dinge sind drei. Vielleicht begreift man beim BR endlich beim dritten Frankentatort, dass weniger oft mehr ist.


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