Bayern ist laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) so sicher wie seit Jahrzehnten nicht mehr. "Wir hatten die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren", sagte Herrmann bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 am Mittwoch in München laut Mitteilung.

So sei die Zahl der Straftaten ohne ausländerrechtliche Delikte, wie etwa illegale Einreisen oder Verletzung der Residenzpflicht, um 4,6 Prozent auf rund 585.000 zurückgegangen - der niedrigste Wert seit 1991. Die positive Entwicklung sei umso beachtlicher, als die Einwohnerzahl Bayerns seit 1991 um rund 1,5 Millionen gewachsen sei, sagte Herrmann.

Miteingerechnet sind auch die versuchten Straftaten, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik in München erklärte. Pro 100.000 Einwohner waren es demnach 4 533 Straftaten - das bedeutet die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit 30 Jahren.

Die sicherste Großstadt im Freistadt und damit in ganz Deutschland, liegt in Franken. Auch für 2017 galt, dass es sich in keiner bayerischen Großstadt so sicher leben lässt wie in Fürth. Zum bereits 14. Mal in Folge wurde dieses Ergebnis erzielt.

Die bayernweiten Fallzahlen sanken besonders bei Gewaltkriminalität (-3,3 Prozent), Diebstahlsdelikten (-9,5 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten (-5,1 Prozent). Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche sank, wie zuvor bereits bekannt geworden war. 2017 zählte die Polizei 6045 Fälle - ein Rückgang um 19 Prozent. Einen Anstieg verzeichnete die Polizei dagegen unter anderem bei Internet- (+3,9 Prozent) und Rauschgiftkriminalität (+3,8 Prozent).

Die Zahl der Sexualdelikte stieg besonders stark um 26,2 Prozent auf 7666 an. Das liegt den Angaben nach aber vor allem an der Novelle des Sexualstrafrechts vom November 2016. Taten, die bisher als Beleidigung auf sexueller Grundlage galten, würden nun den neu geschaffenen Tatbeständen Sexuelle Belästigung und Sexueller Übergriff zugeordnet, erklärte Herrmann.
Er betonte, dass der steigende Anteil an tatverdächtigen Zuwanderern eine wichtige Rolle für die Kriminalitätsentwicklung spiele. Die Polizei zählte im vergangenen Jahr insgesamt 27 427 tatverdächtige Zuwanderer, die mindestens ein nicht-ausländerrechtliches Delikt begangen haben, wie es in dem Bericht heißt. Das waren 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die größte Gruppe unter ihnen machten Syrer mit 16,2 Prozent aus, gefolgt von Afghanen mit 14,3 Prozent. 

Der Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer an allen Tatverdächtigen lag bei 10,3 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte über dem Wert von 2016. Trotz stark rückläufiger Flüchtlingszahlen gab es im vergangenen Jahr 25 511 Polizeieinsätze in Asylbewerberunterkünften (2016: 27 102). Bei den Tötungsdelikten war jeder fünfte Tatverdächtige (19,4 Prozent) ein Zuwanderer.

Um Kriminalität weiter zu bekämpfen, setzt das Innenministerium vor allem auf einen Ausbau der Polizei. Bayern werde seine "Spitzenstellung" mit mehr als 3500 weiteren Stellen bei der Polizei bis zum Jahr 2023 ausbauen, betonte Herrmann. Zudem solle die Ausrüstung der Beamten verbessert werden, ein besonderes Augenmerk liege auf der Schutzausstattung. Außerdem sollen zusätzliche Fahrzeuge für die Spezialeinheiten angeschafft werden.