Es war zu erwarten. Ob es allerdings klug war? - Wolfgang Schäuble attackiert den neuen Stern am Parteienhimmel, die AfD, ungewöhnlich scharf. Damit adelt der Finanzminister die Europakritiker. Und er sendet auch dieses Signal: Die Erfolge der AfD bei den jüngsten Landtagswahlen sind im politischen Berlin angekommen. Die etablierten Parteien sind nervös - bis in ihre Spitzen.

Dabei ist fraglich, ob die AfD die Menschen wirklich bewegt. Denn auch sie hat es in Thüringen, Brandenburg und Sachsen nicht geschafft, die Wähler wirklich zu mobilisieren. Die Wahlbeteiligung hat Tiefststände erreicht. Die zweistelligen Wahlergebnisse der AfD sind deshalb lediglich ein großes Stück von einem kleinen Kuchen.
Die Europakritiker sind nicht die ersten, die in kurzer Zeit beachtliche Prozentzahlen einfahren. So mancher Stern am Parteienhimmel ist dann allerdings so schnell wieder verglüht, wie er aufgegangen ist. Die AfD profitiert - wie jede neue Partei - davon, dass sie noch kein klares Profil zeigt und zudem mehrere verschiedene Flügel hat. Die Menschen können einiges hineininterpretieren in den Kurs der Partei.

Jetzt muss sich zeigen, ob und wie die Alternative für Deutschland ihre Konturen schärfen will, ob sie einen Kurs finden und diesen auch halten kann. Bisher nimmt sie vorwiegend Ängste der Menschen auf, bedient Stimmungen und geht damit auf Stimmenfang. Sehr schnell sollte sie dabei dem Anschein entgegentreten, Anhänger aus dem braunen Milieu zu rekrutieren.