Angeblich hat der Kleine seine Hausaufgaben nicht machen wollen: Ein Neunjähriger soll im Elsass bei einer Bestrafung in seiner Familie zu Tode gekommen sein. Vier Verwandte sitzen jetzt für die Tat vor einem Monat in Untersuchungshaft. Das sagte die zuständige Staatsanwältin am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zum grausigen Geschehen in der ostfranzösischen Stadt Mülhausen (Mulhouse).

Ermittlungen gegen Mutter und Geschwister

Demnach wird dem 18 Jahre alten Bruder sowie der 19-jährigen Schwester des Opfers Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Gegen die Mutter wird wegen Beihilfe ermittelt, gegen eine Stiefschwester unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung.

Das Kind war laut der Staatsanwältin Mitte September im Zuge einer Bestrafung heftig geschlagen worden. Eine Autopsie habe ergeben, dass der Junge aufgrund der Gewalt ohnmächtig wurde und an seinem eigenen Erbrochenen erstickte, sagte sie. "Es handelt sich um eine sehr komplexe Familiensituation." Die genauen Hintergründe der Gewalt seien noch unklar.

Junge wollte seine Hausaufgaben nicht machen

Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet, der Junge habe seine Hausaufgaben nicht machen wollen und sei deswegen totgeschlagen worden. Seine Schwester, sein Bruder und dessen Freundin hatten laut der Nachrichtenagentur AFP Retter alarmiert, da sie das Kind nicht wiederbeleben konnten.

Mutter soll davon gewusst haben

Die französische Lokalzeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Polizeikreise, das Kind sei mit stumpfen Gegenständen geschlagen worden, unter anderem mit einem Besenstiel. Die Mutter sei sich der Lage wohl bewusst gewesen und habe möglicherweise gar zu der "Bestrafung" ermutigt.

Der Tod des Jungen hatte laut der Zeitung in der Nachbarschaft große Anteilnahme ausgelöst. Die Umstände seines Todes waren zunächst unklar. Zur Unterstützung der Eltern war dem Bericht zufolge sogar ein Trauermarsch organisiert worden.

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