Dieses Ergebnis ist deutlich: Eine Umfrage unter Europäern hat ergeben, dass ganze 84 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung sind. Unter den insgesamt 4,6 Millionen Teilnehmern waren allein drei Millionen Deutsche. Laut der Umfrage der EU-Kommission befürworten die meisten Befragten eine dauerhafte Sommerzeit.

Streitthema Zeitumstellung: Diese Promis sind für Abschaffung

Mittlerweile haben sich auch einige Prominente zu Wort gemeldet, die keine Lust mehr darauf haben, die Uhr jedes Jahr im Sommer eine Stunde vor und im Winter eine Stunde zurück zu stellen. Unternehmer Frank Thelen, bekannt aus der Sendung "Die Höhle der Löwen", unterstützt beispielsweise den Vorstoß der EU-Kommission, schon nächstes Jahr zum letzten Mal die Zeit umzustellen. "Eine super Entscheidung! Lasst uns wirklich das Leben vereinfachen!", sagte Thelen am Mittwochabend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Auch der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen unterstützt die Abschaffung der Zeitumstellung: "Das ist der richtige Schritt."´ Die frühere Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch gab zu, die Zeitumstellung vor allem als verwirrend zu empfinden: "Das ist eine Vereinfachung, die in jedem Fall ihre Berechtigung hat", sagte sie über den EU-Vorschlag. Promi-Köchin Sarah Wiener sagte, sie sei "ganz glücklich, wenn das abgeschafft wird". Und Schauspieler Sebastian Koch machte sich für eine dauerhafte Sommerzeit stark. "Vor allem, weil der Tag länger ist. Ich mag es gerne, in den Abend hinzuleben - und das ist natürlich schön, wenn es länger hell ist."

Auch wenn die deutschen Promis sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aussprechen, Forscher befürchten darin fatale Folgen für unsere Gesundheit.

Forscher warnen: Dauerhafte Sommerzeit schädlich für Gesundheit

Auch wenn die Forscher der grundsätzlichen Abschaffung der Zeitumstellung positiv gegenüberstehen, weil sie der Biologie widerspricht: Vor einer dauerhaften Sommerzeit warnen sie. Till Roenneberg, vom Institut für medizinische Psychologie der Universität München sagt, wenn man die Uhren ganzjährig auf Sommerzeit stellt, werde es "riesige Probleme geben". Der "Cloxit" erhöhe "die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme - das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger", sagt Roenneberg.

Würden sich nicht alle EU-Länder für die dauerhafte Sommerzeit entscheiden, könnte das zu einem Gefälle führen. Chronobiologe Roenneberg warnt: "Jedes Land, das das nicht macht, wird uns akademisch überholen." Der zu wenige Schlaf betreffe nämlich vor allem Schüler und Studenten, die dadurch beim Lernen eingeschränkt würden. Im Alter von etwa 20 Jahren sei das Schlafbedürfnis demnach am größten.

Forscher plädieren für "Normalzeit"

Forscher wie Roenneberg oder Ingo Fietze von der Berliner Charitésowie die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sind für eine dauerhafte "Normalzeit". "Die bisherige Winterzeit entspricht den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten ist", sagt der Vorsitzende der DGSM, Alfred Wiater. Wenn man im Winter morgens länger der Dunkelheit ausgesetzt sei, werde man schlechter wach. Das könne zu Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit und Konzentration führen und folglich zu mehr Fehlern in Schule Job oder auch Straßenverkehr.