Arbeitslose mit dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die auf der Suche nach Arbeit sind, erhalten in den Jobcentern keine ausreichende Hilfe bei der Suche. Das soll eine interne Überprüfung der Bundesagentur für Arbeit (BA) ergeben haben.

Betreuung "überwiegend nicht zielführend"

Wie mehrere Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, soll aus dem Bericht der Bundesagentur hervorgehen, dass die Arbeitslosen mit Behinderung in der Regel bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt "überwiegend nicht zielführend" betreut würden. Den Berichten zufolge erhielten die Betroffenen in vielen Fällen "nicht die individuell erforderliche Hilfe".

Probleme mit Kommunikation und fehlendes Fachwissen

Neben zu großen Abständen zwischen den Beratungsgesprächen sei vor allem die Kommunikation "in nahezu allen Fällen unzureichend". Die Prüfer beanstanden, dass bei vielen Mitarbeitern der Jobcenter "das Fachwissen oder das Bewusstsein für die besonderen Belange der behinderten Kunden nicht vorhanden" sei. Leistungen, die die dauerhaft erkrankten Menschen erhalten, würden demnach teilweise unrechtmäßig aus Bundesmitteln finanziert.

Bundesarbeitsministerium will Veränderungen

Das Bundesarbeitsministerium stimme dem Prüfungsbericht laut der parlamentarischen Staatssekretärin Anette Kramme zu und kündigte an, gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit die nötigen Schritte zu erörtern. Laut den Medienberichten fand die Prüfung im Frühjahr 2018 in den Jobcentern in Berlin-Mitte, Unna, Mannheim und Lübeck statt. Allerdings bestehe das Risiko, dass die Probleme auch bundesweit in weiteren Jobcentern vorlägen. Das Bundesarbeitsministerium strebe diesbezüglich Veränderungen in den Einrichtungen der Bundesagentur für Arbeit an.